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[Spiritualität #5] Liebe dich selbst

Bildcollage aus menschlichen Schatten vor diversen Uhren | Das Foto stammt von Pixabay
Foto: pixabay.com

Wer sich nicht selbst liebt, kann niemand anderen lieben. Oder anders ausgedrückt: Liebe dich selbst, dann lieben dich auch die anderen. Was sich wie eine Plattitüde erster Ordnung anhört, ist die Wahrheit. Meine Wahrheit. Denn, ganz ehrlich, wenn ich mich selbst unausstehlich finde, mein Verhalten regelmäßig negativ kommentiere und alle anderen Personen aus meinem Umfeld mir selbst vorziehe, warum sollte dann mein Partner, mein Chef oder die Kollegen mich um meiner selbst willen »mögen«? Ich befürchte, sie alle sind eher genervt …

Was also bedeutet es, sich selbst zu lieben? Was ist Selbstliebe? Ich verstehe darunter, mich selbst mit allen Ecken und Kanten, Fehlern, Schwächen, Stärken und Talenten, mit meinen Vorzügen und vermeintlichen Schwachpunkten voll und ganz anzunehmen. Selbstliebe bedeutet, mich jeden Tag vor den Spiegel zu stellen, mir in die Augen zu sehen und mir selbst mit voller Überzeugung zu sagen: »Ich liebe dich. Du bist eine tolle Frau. Alles, was du bisher in deinem Leben getan hast, war genau richtig. Und du siehst wunderschön aus. Du bist rundum perfekt. Lass uns Spaß haben und gemeinsam ein großartiges Leben verbringen.«

Du bist eher ein auditiver Mensch? Mit einem Klick auf das Bild kommst du zum ergänzenden Podcast, den du dir bei YouTube anhören kannst.

 

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Sei dir selbst dein bester Freund

Kannst du das? Hast du es schon mal versucht? Dich selbst wie deine beste Freundin oder deinen besten Freund zu behandeln? Verständnis zu haben, wenn etwas schiefgelaufen ist; Geduld aufzubringen, wenn etwas nicht auf Anhieb so wird, wie du es von dir selbst erwartest; dich selbst zu trösten, wenn etwas gründlich daneben gegangen ist. Und das Ganze dann bitte schön von Angesicht zu Angesicht direkt vor dem Spiegel laut ausgesprochen. Das ist die Königsdisziplin, ich versichere es dir.

Hinter die Fassade des »Versagens« schauen

Blick in einen aufgeschlagenen Timer mit eingetragenen Terminen | Das Foto stammt von Pixabay
Foto: pixabay.com

Ich übe mich selbst schon viele Jahre in Selbstliebe, und trotzdem gibt es Tage, an denen ich ziemlich ungnädig mit mir bin. Ja, ich bin auch nur ein Mensch. ABER diese Tage werden immer weniger, und letztlich gelingt es mir meistens, mich mit all meinen kleinen »Fehlerlein« mit einem liebevollen Schmunzeln zu akzeptieren. Wenn ich mal wieder zwei, drei Wochen keinen Sport gemacht habe, obwohl ich genau weiß, dass ich Bewegung brauche. Wenn ich mir eine ganze Tafel Schokolade eingemeldet habe, obwohl ich eigentlich »nur einen Riegel« genießen wollte. An dem Punkt kann ich mich runterputzen — sprichwörtlich »zur Sau machen« — oder mich fragen, warum ich das gerade gebraucht habe? Welcher Teil von mir konnte sich so viele Tage und Wochen nicht zum Sport aufraffen und aus welchen Gründen? Welcher Teil von mir brauchte die Schokolade — als Ersatz wofür? Wenn ich das weiß, ist es ein Leichtes, mich selbst in den Arm zu nehmen (ja, das geht) und Verständnis für mich zu empfinden.

Übrigens finde ich die Antwort auf solche Fragen über das Schreiben mit der Hand, worüber ich im vergangenen Blogartikel erzählt habe.

Oft ist es in uns kalt und ungemütlich

Das Wunderbare daran ist, je mehr ich mir selbst verzeihen und mich lieben kann — mit allen vermeintlichen Mängeln und Stärken —, desto milder schaue ich auf meine Umwelt. Ich verstehe jetzt wesentlich klarer, warum jemand in den sozialen Medien über seinen Nachbarn ätzt oder sich über ein politisches Posting aufregt, als gäbe es nichts anderes auf der Welt. Für ihn oder sie tut es das gerade. Wenn das Innen verletzt, verzweifelt oder vollkommen erstarrt ist, gibt es oft nur den Weg über das Außen, weil es im eigenen Körper, in der eigenen Seele und im eigenen Geist so unangenehm kalt und trostlos ist.

Buchtipp zum Thema

Übrigens habe ich Anfang des Jahres ein belletristisches Hörbuch über genau dieses Thema gehört: »Der Neurochirurg, der sein Herz entdeckte« von James Dotty. Mich hat die Geschichte um einen Gehirnchirurgen, der die Wunscherfüllung als quantenmechanisches Phänomen beherrschte, dabei aber nicht begriffen hatte, welche Bedeutung das Herz dabei besitzt, auf Anhieb elektrisiert. Die Liebe ist das wirklich Entscheidende auf dieser Welt. Und am Anfang steht die Liebe zu uns selbst. Sie ist das A und O, das Alpha und Omega. Wenn wir uns selbst voll und ganz lieben, dann strahlen wir das nach außen aus und erschaffen um uns herum ein Quantenfeld der Liebe. Genau das spürt auch unsere Umwelt — Mensch und Tier. Dann verändern sich die Dinge um uns. Plötzlich werden Sachen möglich oder erfüllen sich, die früher nie geklappt haben. Einfach so. Aus Liebe.

Also: Liebe dich selbst, dann wird aus diesem Planeten ein besserer Ort. Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Hier findest du noch mehr Anregungen

Hier habe ich noch ein paar Quellen zum Thema »Selbstliebe«, falls du wissen möchtest, was andere darüber denken:

Außerdem empfehlenswert das Buch »Ein Kurs in Selbstliebe: Finde deine wahren Herzimpulse« von Susanne Hühn (Schirner-Verlag 2011).

Das sind die Themen der nächsten Beiträge zur Blogreihe »Spiritualität in meinem Alltag«:

  1. Einführung ins Thema »Spiritualität«
  2. Die Wurzeln meiner Spiritualität
  3. Heutige Quellen meiner Spiritualität
  4. Heiliger Akt des Schreibens
  5. Bedeutung der Selbstliebe
  6. Ich bin das ich bin
  7. Spirituelle Bedeutung des Waldes
  8. Kryon
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Kommentare: 2
  • #1

    Tigerinflow (Mittwoch, 12 Juni 2019 18:30)

    Was ähnliches, wie Selbstliebe entdeckte ich schon vor Jahren. Wobei es aus anderen Quellen haben. Oft sind mir die Beschreibungen zu Technisch und Gehirn gesteuert. Bei mir ist es Wasserlauf und Bäume. Oft versuchen Leute es mir auszureden. Kann allerdings auch mein Wesen liegen und das wenig Schulbildung hatte. Dadurch nicht so verbogen bin, wie der durchschnittliche Erwachsene.

  • #2

    Kari Lessír (Mittwoch, 12 Juni 2019 19:19)

    Dass du "nicht so verbogen bist" durch geringe Schulbildung, ist mit Sicherheit ein Grund dafür, dass du über die Natur den Zugang zu Selbstliebe - oder ähnlichem - gefunden hast. Ich selbst gehe auch sehr gerne in den Wald und erde mich (sprich: leere mein Gehirn und das gesamte System aus), um zu mir und meiner inneren Stimme zu finden. Das "Geschrei" im Alltag ist ansonsten mitunter viel zu laut. Also zumindest bei mir ;-)

    Danke für deinen Kommentar, Tigerinflow.

    Alles Liebe
    Kari