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[Spiritualität #6] Ich bin das ich bin

Bildcollage aus menschlichen Schatten vor diversen Uhren | Das Foto stammt von Pixabay
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Was ist das für ein Satz? Fehlt da nicht ein Komma, wenn er überhaupt Sinn macht? — Nein, die Worte sind am exakt richtigen Platz. Der Satz ist etwas Besonderes. Er enthält pure Magie: die größte Kraft und Macht im Universum.

»Ich bin das ich bin« ist die Manifestationsformel Gottes, gut versteckt im Alten Testament.

Unvorstellbar? Ja, und zugleich verblüffend einfach und kraftvoll.

Entdeckt habe ich dieses Phänomen vor einigen Jahren durch das Buch »Der Moses Code« von James F. Twyman. Damals war ich — aufgrund meiner Seelenreise-Reihe — auf der Suche nach dem »richtigen Wünschen«: Wie funktioniert es, damit man tatsächlich das erhält, was man sich wünscht? Twyman stellt in seinem Werk die Verbindung zur Bibel her, und das hat mich augenblicklich elektrisiert. Wenn du mir länger folgst, weißt du, dass ich in meiner Jugend Pfarrerin werden wollte und aus diesem Grund Latein, Altgriechisch und Hebräisch gelernt habe. Damals habe ich die Bibel komplett gelesen, stellenweise sogar im Original (also nicht nur die Lutherbibel und Einheitsübersetzung). Ich bin der Überzeugung, dass die Bibel kein Märchen für arme, trostlose Seelen ist. Im Gegenteil stecken in den Texten Weisheit und Wissen, die in Vergessenheit geraten sind. Allmählich kommen sie ans Tageslicht, dazu gehört die wahre Bedeutung des Satzes »Ich bin das ich bin«.

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Die Textstelle im Alten Testament

Als Moses in 2. Mose 3 vor dem brennenden Dornbusch stand und ins Feuer fragte, wer ihm da den Auftrag erteile, die Israeliten aus Ägypten zu führen, bekam er den seltsamen Satz als Antwort: »אהיה אשר אהיה – Ich bin der ich bin (wörtlich 'Ich werde sein, der ich sein werde')«. Mit diesen Worten manifestierte Moses — im Auftrag Gottes — die göttliche Macht vor dem Pharao sowie die zehn Plagen im ganzen Land, sodass er und sein Volk schließlich ziehen durften. Das Rote Meer teilte er ebenfalls mit Hilfe dieser Worte. Weil sie Macht verleihen: göttliche Schöpfermacht.

Erste Schritte mit dem Moses-Code

Blick in einen aufgeschlagenen Timer mit eingetragenen Terminen | Das Foto stammt von Pixabay
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Die Funktionsweise ist dabei ganz einfach: So simpel, dass ich es fast nicht glauben wollte. Aber als chronisch neugieriger Mensch habe ich es ausprobiert und praktiziere das Prinzip seitdem — mit Erfolg.

Ausgehend von der modernen, sprachlich angepassten Übersetzung in die Gegenwart (»Ich bin der ich bin«) wird der Name Gottes in zwei Bestandteile aufgespalten: in »Ich bin der« und in »Ich bin«. Der erste Abschnitt verbindet uns durch unser Gefühl, unsere Vision, unsere ganze Sehnsucht mit dem, was wir manifestieren wollen; der zweite ist die Bekräftigung in der Antwort Gottes. Mit »Ich bin« bezeichnete Gott sich selbst im Gespräch mit Moses vor dem brennenden Dornbusch.

Um beim Manifestieren wirklich allgemein arbeiten zu können, hat James Twyman aus dem ursprünglichen »Ich bin der ich bin«, mit dessen Hilfe wir uns im ersten Schritt mit anderen Menschen verbinden und diese spüren können, das allgemeinere »Ich bin das ich bin« gewählt. Dadurch ist es tatsächlich möglich, sich selbst mit Dingen oder Zuständen wie Freude, Liebe oder Gesundheit zu verbinden.

Wirkungsweise im Detail

Intensivieren lässt sich die Formel — so James Twyman —, wenn ich die beiden Aspekte des Satzes durch Ein- und Ausatmen (oder umgekehrt) untermale. Dann hole ich die gewünschte Energie ganz bewusst in mein Leben und teile sie im gleichen Moment mit meinen Mitmenschen. Die eigentliche Wunscherfüllung auf dieser »biblischen Basis« ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht darum, für sich den berühmten Parkplatz, unermesslichen Reichtum, den Traumpartner (wie Crissy in meiner Seelenreise-Reihe) oder die Traumvilla zu generieren. Das eigentliche Ziel und die wahre Kraft des Manifestierens mit Hilfe des Namens Gottes liegt im übergeordneten Bereich, der »nach unten« ausstrahlt.

Was meine ich damit?

»Ich bin das ich bin« ist ein Feld göttlicher Schöpferkraft, das ich anzapfe — zuerst für mich, dann für andere. Ich zum Beispiel kreiere auf diesem Weg:

  1. Liebe
  2. Frieden
  3. Freude
  4. Gesundheit
  5. Fülle (in meinem Fall »maßvolle« Fülle, da ich die Seelenstruktur der Gier implementiert habe)

Dabei verbinde ich mich gezielt mit dem zu manifestierenden Ergebnis. Ich sage laut »Ich bin Liebe« (oder einen anderen Punkt meiner Liste), stelle mir das Gefühl von bedingungsloser Liebe vor und bade regelrecht darin. Dann atme ich ein und spreche beim Ausatmen die Worte »Ich bin«. Das mache ich ein paar Mal hintereinander, bis ich voll und ganz im Feld von bedingungsloser Liebe schwinge. Jetzt kommt der nächste Punkt.

Auswirkungen in meinem Leben

Seitdem ich mit dieser Methode arbeite, hat sich in meinem Leben viel verändert. Ich bin auf Menschen und Ereignisse gestoßen, die mit mir und meinen fünf zentralen Punkten (s.o.) in Resonanz gehen, d.h. ähnlich wie ich ticken. Im Umkehrschluss habe ich vieles losgelassen, was nicht mehr zu mir und meiner Weltanschauung passt. Auch langjährige Wegbegleiter. Das gehört zu einer Frequenzänderung und ist in meinen Augen für beide Seiten fruchtbar (man muss sich ja nicht im Streit trennen …).

Ein weiteres Buch zum Thema

Auch Wayne Dyer befasst sich in »Werde, der du wirklich bist: Die spirituelle Dimension des Wünschens« mit dem Wirkprinzip von „Ich bin das ich bin“. Im Unterschied zu Twyman bricht Dyer die biblische Wurzel der Formel stärker in die Praxis herunter. So findest du bei ihm zum Beispiel den Tipp, die Manifestationsübung abends vor dem Schlafengehen zu machen. Denn womit wir uns direkt vor dem Einschlafen befassen, beschäftigen wir uns un(ter)bewusst in unseren Träumen — und erwachen am nächsten Morgen mit diesen Gedanken oder zumindest in der entsprechenden Stimmung. Das ist eine »Schlafhygiene«, die ich selbst seit vielen Jahren nutze und sehr empfehlen kann.

Quellen:

  • James F. Twyman: »Der Moses-Code: Der Schlüssel zur Manifestation.« KOHA-Verlag 2008
  • Wayne Dyer: »Werde, der du wirklich bist: Die spirituelle Dimension des Wünschens.« Arkana Verlag 2012

Das sind die Themen der nächsten Beiträge zur Blogreihe »Spiritualität in meinem Alltag«:

  1. Einführung ins Thema »Spiritualität«
  2. Die Wurzeln meiner Spiritualität
  3. Heutige Quellen meiner Spiritualität
  4. Heiliger Akt des Schreibens
  5. Bedeutung der Selbstliebe
  6. Ich bin das ich bin
  7. Spirituelle Bedeutung des Waldes
  8. Kryon

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Kommentare: 5
  • #1

    Martin Zielinski (Freitag, 26 Juli 2019 22:46)

    Liebe Ira,
    danke für Deinen Newsletter mit den Inhalten über Spiritualität.� Ich habe sie noch nicht alle gelesen und bin bei den Inhalten über das Selbstoffenbarungswort Gottes am brennenden Dornbusch hängen geblieben. �
    Du übersetzt den hebr. Urtext
    אֶהְיֶה אֲשֶׁר אֶהְיֶה (ähjä ascher ähjä) mit "Ich bin das ich bin". Das geht leider nicht, vielmehr muss es heißen: Ich bin der ich bin.
    Das zweite "אֶהְיֶה = ich bin" kann man übrigens auch mit "ich bin da" übersetzen, also "Ich bin der ich bin da".
    Woher hast Du Deine Übersetzung? Sollte sie aus der Bibel mit gerechter Sprache stammen, so kann ich nur sagen, dass vieles darin, um es auf Mann und Frau gleichermaßen anwenden zu können, falsch übersetzt worden ist. Für saubere Zitationen ist sie ungeeignet.
    Ich hoffe, ich trete Dir mit meinen Ausführungen nicht zu sehr auf die Füße. �
    Herzliche Grüße Martin.

  • #2

    Kari (Sonntag, 28 Juli 2019 13:53)

    Lieber Martin,
    nein, du trittst mir nicht auf die Füße � Du erinnerst mich nur daran, dass es schwierig ist, Ausführungen aus dem Englischen - die beiden Bücher von James Twyman und Wayne Dyer, auf die ich mich beziehe - ins Deutsche zu übernehmen. Es stand in einem der beiden Bücher in einer Fußnote, dass es im Deutschen eigentlich heißen müsste "Ich werde sein, der ich sein werde." Die Manifestationsformel hat Twyman allerdings auf dem Englischen "I am what I am" aufgebaut, schreibt aber selbst, dass es dabei um die Absicht geht: Nur mit der Absicht zu manifestieren, wirke sie und dann sei es in Wahrheit "gleichgültig", ob man die wörtliche oder die freiere Übersetzung nehme.
    Insofern danke ich dir für deinen Einwurf. Der war für mich sehr hilfreich und ist es mit Sicherheit für einige meiner Leser*innen gleichermaßen.
    Herzliche Grüße
    Kari �

  • #3

    Martin Z. (Sonntag, 28 Juli 2019 22:12)

    Hallo Kari,

    danke für die Antwort. Ich habe gerade zusammen mit meiner Frau, die Alttestamentlerin ist, in eine weitere Übersetzung geschaut, nämlich in die von Buber/Rosenzweig, somit in eine jüdische Übersetzung. Und dort steht es noch ein wenig anders: "Ich werde dasein, als der ich dasein werde."
    Dies betont, dass Gott uns nie so entgegentritt, wie wir es erwarten. Vielmehr behält er sich vor, so zu erscheinen, wie es der Situation angemessen ist. Und wer weiß das besser, als Gott selbst.�
    Luther hat seinerzeit übrigens übersetzt: "Ich werde sein, der ich sein werde". Eine der jüdischen Übersetzung sehr nahekommende Übersetzung.

    Deine Blogs habe ich nun von vorne angefangen zu lesen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns intensiver auf dem Emailweg austauschen könnten. Aber ich kann es auch zu den einzelnen Blogs schreiben.

  • #4

    Peter Leo Kress (Donnerstag, 22 August 2019 11:20)

    Heißt nicht ähöjä ascher ähöjä (ich weiß, schwa mobile) ich werde sein der ich sein werde? Dynamisch futurisch. Ein Jahwe, der sich erweisen wird

  • #5

    Kari (Donnerstag, 22 August 2019 15:41)

    Lieber Peter,
    ich danke dir sehr herzlich für deinen Einwurf.

    Ich habe die Stelle – 2. Mose 3 – gerade noch mal in verschiedenen Bibelausgaben nachgelesen (einschließlich der hebräischen Originalstelle). Ja, du hast recht. Das Hebräische אהיה אשר אהיה bedeutet wörtlich "Ich werde sein, der ich sein werde". Wenn ich diese Worte in die Wunscherfüllung übertrage ist es notwendig, den Wunsch aus der Zukunft in die Gegenwart zu bringen, um wirklich in die Kraft und Manifestation zu kommen. Das ist der Schritt, den James Twyman im Englischen mit "I am who/what I am", was der englischen Bibelübersetzung entspricht, gemacht hat.
    Ich werde das im Blogbeitrag noch mal klarer formulieren. Insofern danke ich dir wirklich ernsthaft für deinen Hinweis.

    Herzliche Grüße aus der Sommerpause
    Kari