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[Spiritualität #10] Blick auf das große Ganze

Eine Bank vor einem Wurmloch in einem mystischen Wald. Sternenlicht flutet die Bank.
Foto: pixabay.com

Die Beitragsreihe des Jahres 2019 über meine Einstellung zum Thema »Spiritualität« ist die persönlichste, die ich bislang hier auf dem Blog veröffentlicht habe. In neun Artikeln habe ich dir Einblick in mein Denken, Fühlen und in meine religiös-spirituellen Wurzeln gegeben. Diesen Wunsch hatten die Mitglieder meiner Lesergruppe auf Facebook geäußert, den ich ihnen gerne erfüllt habe. Auch für mich war das interessant, da ich nie derart konzentriert darüber sinniert habe. Ich lebe Spiritualität, ohne — normalerweise — die einzelnen Schritte im Alltag zu reflektieren.

In meinem bewussten Beschäftigen mit Spiritualität durch die Jahresbeitragsreihe habe ich begonnen, den Blick über den Tellerrand zu bewegen und Neues zu entdecken. So habe ich mir zum Beispiel das alte Testament in einer Interlinearübersetzung in Hebräisch-Deutsch besorgt und angefangen, den Text parallel zu lesen. Auch andere Quellen habe ich entdeckt, manches angelesen bzw. -geschaut und wieder beiseitegelegt. Es ist und war eine Zeit des Forschens — frei nach dem Motto »Was steht wirklich in der Bibel?«.

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Der Reiz übergeordneter Zusammenhänge

Ein weiterer Punkt, der sich in 2019 herauskristallisiert hat, ist mein Interesse an übergeordneten Zusammenhängen. Mein Gefühl sagt mir, dass es zu eng gefasst ist, sich im Leben entweder ausschließlich auf Religion oder Glauben zu konzentrieren – oder rein auf das aktuelle Geschehen zu fokussieren und dabei das »Religiöse«, mögliche übergeordnete Zusammenhänge, auszublenden. Ich habe vielmehr den Eindruck, beide Teile gehören zusammen, ja, sie ergänzen einander, wenn ich das große Ganze wirklich verstehen will. Es gibt nicht nur »die Politik«, »die Wirtschaftspolitik« oder »die Klimakrise«. Alles steht in einem größeren Sinnzusammenhang und historisch-politischen Kontext. Es ist wichtig, alle Seiten der Medaille zu betrachten — wobei ich manchmal den Eindruck habe, es gibt mehr als zwei … — und mit einzubeziehen, um zu erkennen, worum es in diesen unseren Zeiten in Wahrheit geht.

Auch um nicht in Panik oder in die Verurteilung von Menschen oder Meinungen zu verfallen, ist es in meinen Augen essentiell, sich in jeder Hinsicht umfassend zu informieren. Die Spiritualität, über die ich im Jahr 2019 auf meinem Blog geschrieben habe, ist eine Methode der Annäherung, die mir sehr wichtig ist, aber sie ist beileibe nicht die einzige.

Alles hängt mit allem zusammen

Blick ins Universum mit Sternen und Planeten
Foto: pixabay.com

Die Spiritualität, so wie ich sie verstehe, hat mich gelehrt, dass alle Menschen, Tiere, Pflanzen und sogar der Planet, auf dem wir leben (bzw. zu Gast sind), eine Einheit bilden, an und für die wir nur gemeinsam wirken können. Frei nach dem Motto »Wie im Kleinen, so im Großen« gilt dies meiner Meinung nach in gleicher Weise für die nächstgrößere Einheit des Universums und alle dahinter stehenden, stets schrittweise größer werdenden Verbindungen. Dieses Bewusstsein der Einheit ist meines Erachtens der Schritt, der zur Zeit am Entstehen ist. Immer wieder kann man ihn beobachten, allerdings nicht immer aus dem Herzen und damit aus der Liebe heraus. Auch mit kollektiver Panik bzw. Massenpsychosen kann man sehr viel erreichen, aber eben nicht auf Basis der Herzenergie.

Das ist ein Aspekt, den z.B. Dieter Broers und viele andere kluge Köpfe immer wieder betonen.

Lasst uns einander aus dem Herzen heraus begegnen

Das vergangene Jahr und mein Erleben in ihm haben mich zu dem Fazit geführt, dass es extrem wichtig ist, die Sinne nach allen Richtungen hin vorbehaltlos offen zu halten. Neugierig zu schauen und aus dem Herzen heraus zu testen, ob hier, da und dort ein Körnchen Wahrheit verborgen sein könnte, das ich in mein Weltbild mitaufnehmen möchte. Hass, Engstirnigkeit und ein Ausschließlichkeitsanspruch — sowohl im Religiösen als auch im Politisch-Weltanschaulichen — sind meiner Meinung nach schlechte Ratgeber, und das insbesondere in Zeiten zunehmend globaler Herausforderungen.

Wir leben — nach meiner Ansicht — im Zeitalter des nächsten Schrittes: gemeinsam als Menschheit, unabhängig davon, wie wir uns ansonsten definieren per Geschlecht, Rasse oder Staatsangehörigkeit. In diesem Sinne lasst uns einander aus dem Herzen heraus begegnen und uns in unserem Unterschiedlichsein wertschätzen.

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