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[Selfpublishing #8] Marketing auf Buchmessen

Nächtlicher Sternenhimmel mit Milchstraße und Sternschnuppen | Das Foto stammt von Pixabay
Foto: pixabay.com

Auf Buchmessen gehe ich seit Beginn meiner Berufstätigkeit in den frühen 1990er Jahren. Anfangs nur in Frankfurt am Main, doch seit ich mich als Autorin selbständig gemacht habe, besuche ich auch andere Buchmessen. In meinen Augen sind sie eine großartige Möglichkeit für Autor*innen-Marketing. Hier lassen sich Kontakte knüpfen, Du kannst Dich und Dein Werk präsentieren und vielfach auch Neues für Dein Autor*innen-Handwerk lernen. Ich will nicht leugnen, dass Messen in der Regel voll sind und Du Dich durch Menschentrauben schieben musst. Dafür bieten sie Dir ein reichhaltiges Potpourri an Möglichkeiten.

Im Folgenden habe ich neun Punkte zusammengetragen, die mir persönlich wichtig erscheinen. Vielleicht sind sie auch etwas für Dich.

1. Persönliche Treffen

An erster Stelle stehen für mich direkte, persönliche Treffen. Wo sonst versammeln sich zu einem Zeitpunkt so viele Kolleg*innen, Leser*innen, Verlage, Dienstleister und Agenturen? Gerade die großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt sind dafür perfekt.

Um mich mit Leser*innen und Kolleg*innen auszutauschen, biete ich gerne "Meet & Greets" an (siehe unten Punkt 3). Für Kontakte zu Verlagen, Dienstleistern oder Agenturen empfiehlt es sich, im Vorhinein telefonisch oder per Mail Termine abzusprechen, damit die gewünschten Personen auch tatsächlich am Stand sind und Zeit für Dich haben.

2. Standdienst übernehmen

Wenn Du als Selfpublisher*in zu einer Autorenvereinigung gehörst, die auf einer der großen Messen einen eigenen Stand hat, bietet es sich an, dort Standdienst zu übernehmen. Nirgendwo kommst Du besser ins Gespräch mit den Menschen, als wenn Du in "offizieller Mission" an einem Stand stehst.

Mögliche Verbände sind hier (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Und wenn Du auf einer der kleineren Messen (Buch Berlin, Hombuch, Buchmesse im Ried, BuchPassion etc.) einen eigenen Stand hast, hast Du genau die gleichen Chancen und Möglichkeiten – vielleicht sogar bessere, weil Du während der gesamten Veranstaltung an vorderster Front stehst.

3. Signierstunden bzw. Meet & Greets

Wenn Du schon am Stand bist, dann veranstalte doch für Deine Fans eine Signierstunde bzw. ein Meet & Greet. Bei manchen Messen kannst Du zu diesem Zeitpunkt Bücher verkaufen, bei anderen nur Goodies verteilen. Beide Optionen sind auf alle Fälle eine der Top-Möglichkeiten, um sich mit Leser*innen zu verbinden. Umarmungen, Selfies, ein kurzer Plausch – und Du hast ein Leserherz endgültig für Dich eingenommen.

4. Workshops

Blick in die Haupthalle während der Leipziger Buchmesse. Das Bild stammt von Pixabay.com.
Die Leipziger Buchmesse | Foto: pixabay

Seit einiger Zeit haben uns Selfpublisher*innen die großen Buchmessen verstärkt als wachsende dynamische Zielgruppe im Visier; Leipzig sowieso, Frankfurt inzwischen auch. Woran ich das festmache? Unter anderem daran, dass auf beiden Messen spezielle Workshop-Areale und -Tage für Selfpublisher*innen ausgerichtet werden.

Hier triffst du – logisch – nur Kolleg*innen. Ich halte es aber für immens wichtig, sich gerade mit anderen Autor*innen zu vernetzen und sich gegenseitig zu unterstützen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Chemie stimmt.

Gemeinsam mit anderen Autor*innen lassen sich großartige Ideen in die Tat umsetzen wie etwa gemeinsame Schreibprojekte, Veröffentlichungen, eigene Workshops, gegenseitiges Unterstützen beim Marketing, neue Netzwerkegründen uvm.

Bei solchen Workshops gilt das gleiche wie bei Messen allgemein:

5. Hashtags

Jeder größere Workshop, jede Messe oder sonstige Veranstaltung hat in der Regel einen eigenen Hashtag. Wenn Dir das nichts sagt: Sie beginnen immer mit einer Raute "#" und dann einer Zeichenfolge, oft in abgekürzter Form. Also statt "Frankfurter Buchmesse 2018" heißt es #fbm18. Oder #lbm18 für "Leipziger Buchmesse 2018". Und #obm18 für "Onlinebuchmesse 2018". Wichtig ist es, wirklich den oder die konkreten Hashtags zu verwenden, wenn Du im Zusammenhang mit der Veranstaltung in den sozialen Netzwerken unterwegs bist. Wenn alle Teilnehmer das tun, lässt sich recht schnell ein Trend generieren – und diesem Hashtag auf Twitter bzw. Instagram folgen.

6. Lesungen

Über das Marketinginstrument "Lesungen" habe ich in diesem zweiteiligen Beitrag ausführlich geschrieben.

7. Interviews

Gefilmt zu werden ist nicht jedermanns (bzw. jederfraus) Sache. Wem dies allerdings liegt, dem bieten Interviews auf Buchmessen eine zusätzliche Möglichkeit, sich neuen Leserschichten zu präsentieren.

Anfragen kommen mitunter von BookTubern – entweder spontan vor Ort oder bereits im Vorfeld –, von der regionalen Presse bzw. dem Regionalfernsehen, von Buchbloggern oder Autorenkolleg*innen, die einen YouTube-Kanal betreiben. Auch Messeveranstalter bieten dies mitunter für Ihre Aussteller an, so z.B. die Buchmesse Hofheim.

Screenshot eines YouTube-Videos mit Kari Lessír während der Buchmesse Hofheim 2018.
Mit einem Klick auf das Bild gelangst Du direkt zum Video auf YouTube.

8. Blogger- oder BookTuber-Events

Seit ein paar Jahren gibt es rund um die großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt große Abendveranstaltungen für Blogger, BookTuber und Buch-Influencer aller Art, bei denen angesagte erfolgreiche Autor*innen gerne gesehen sind. Wenn Du also für ein solches Event eine Einladung erhältst, greif zu! Hier triffst Du die angesagtesten Multiplikatoren, meist kombiniert mit tollen Gewinnspielen, genialer Musik und fantastischem Essen. Eine der Organisator*innen solcher Veranstaltungen ist die Agentur mainwunder. Schau einfach mal vorbei bzw. folge ihr auf Facebook oder Instagram.

9. Bücher anschauen

Erwähnen möchte ich es zumindest, auch wenn das Blättern in den ausgestellten Büchern nur ganz entfernt etwas mit Marketing zu tun hat. Meiner Meinung nach bist Du auch deswegen auf einer Buchmesse, um zu schauen, wie und was Deine Kolleg*innen schreiben.

Zum Schluss

... empfehle ich Dir, all diese Möglichkeiten nicht zu verbissen zu sehen. Meine besten Kontakte und Treffen hatte ich immer dann, wenn ich mich treiben ließ und es in die Hände des "Schicksals" legte, wer mir auf einer Messe über die Füße stolpern würde. Klar, wichtige Termine sollten nicht fehlen – und die mache auch ich im Vorfeld aus –, aber ich bin absolut kein Fan von straffen Laufplänen, die ich nur mit Müh und Not abarbeiten kann. Dann würde so eine Messe für mich zu "Arbeit". Ich finde, Buchmessen sind per se schon anstrengend genug; da dürfen sie ruhig auch ein bisschen Spaß machen.

Die nächsten Teile der Beitragsreihe erscheinen jeweils exklusiv am Monatsende im Newsletter und zur Mitte des Folgemonats hier auf dem Blog.

  1. Mein Weg ins Selfpublishing
  2. Was unterscheidet den Verlagsautor vom Selfpublisher?
  3. Wie steht es um die Freiheit als Selfpublisher wirklich?
  4. Ist Selfpublishing der Weg zur Selbstverwirklichung?
  5. Wie sieht es mit der Arbeitsbelastung aus?
  6. Gibt es Konkurrenz unter verlagsunabhängigen Kollegen?
  7. Lesung gesucht – der Selfpublisher und der Kontakt zu Leser*innen
  8. Marketing auf Buchmessen
  9. Wie kommen Indie-Bücher in den Buchhandel?

Du hast weitere Vorschläge oder Wünsche? Dann schreib sie mir gern in den Kommentarbereich. Genauso Deine Meinung zum Thema.

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