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[Selfpublishing #7] Lesung gesucht

Nächtlicher Sternenhimmel mit Milchstraße und Sternschnuppen | Das Foto stammt von Pixabay
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Was bringt mich dazu, dem Thema »Lesungen« einen zweiteiligen Blogbeitrag zu widmen? Und was hat das überhaupt mit Selfpublishing zu tun? Nun, Lesungen sind eine Möglichkeit, um mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch zu kommen sowie ihnen Dich und Deine Geschichte vorzustellen. Durch eine Lesung wirst Du als Autorin bzw. Autor genauso präsent wie Dein Werk. Deswegen möchte ich mich im Rahmen meiner Blogreihe über das Selfpublishing dazu äußern.

Werfen wir einen kurzen Blick ins Regal mit der Aufschrift »Es war einmal»: Lesungen sind der klassische Weg aus »analogen» Zeiten – ohne Internet und soziale Netzwerke –, um dem Publikum ein Buch nahezubringen. Zudem wurden Lesungen wie auch das Veröffentlichen von einem verantwortlichen Verlag gesteuert. Er hatte die Buchhandelskontakte und organisierte darüber auch die Lesungen. Der Autor folgte dann »nur noch« den vorgegebenen Terminen.

Das spiegelt sich zum Teil auch heute noch in den Lesungsstrukturen und in der Denke wider, weshalb es Selfpublishern oft schwer fällt, Lesungsmöglichkeiten im Buchhandel zu ergattern. Vor allen Dingen braucht es den persönlichen Kontakt zum Buchhändler bzw. der Buchhändlerin. Kaufst Du dort gerne Deine eigene Lektüre? Bist Du persönlich mit dem Inhaber oder der Inhaberin bekannt? Hast Du an Deinem Wohnort einen Expertenstatus oder aus einem anderen Grund »etwas zu sagen«? Das alles sind gute Argumente dafür, Dir als Selfpublisher zuzutrauen, eine Veranstaltung zu füllen und finanziell zu tragen.

Lesungen außerhalb des Buchhandels

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, um als Selfpublisher Lesungen zu veranstalten. Lass mich ein paar aufzählen:

1. Wohnzimmerlesungen

Wohnzimmerlesungen sind absolut cool! Ich habe schon an zweien teilgenommen, und es war jedesmal ein Erlebnis. Warum? Weil die Veranstaltung aufgrund einer privaten Einladung zustandekam. Der oder die Gastgeber*in lädt ihre Freunde und Online-Kontakte in ihre Wohnung, bewirtet sie und bietet ihnen als »Schmankerl« obendrauf eine Lesung mit einem Autor bzw. einer Autorin. Du wirst also quasi privat »empfohlen«. Kombiniert mit den freundschaftlichen Kontakten ergibt das eine wundervolle Stimmung, die ich so sonst nirgends in diesem Maße empfunden habe.

2. Online-Lesungen

Symbolbild für eine weltweite Vernetzung durch das Internet | Das Foto stammt von Pixabay
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Diese Art der Lesungen findet übers Internet statt, und zwar entweder live oder als Aufzeichnung, die im Nachhinein veröffentlicht wird. Konkret bedeutet das, dass du ohne direktes Publikum vor einer Kamera sitzt und aus deinem Buch vorliest.

Bei der Live-Lesung (bei Instagram, YouTube oder Facebook) gehst du mit deinem Smartphone oder deinem Compuber live auf Sendung, moderierst die Veranstaltung und liest dann aus deinem Text vor. Du siehst direkt, wer ebenfalls live zusieht, dir Fragen stellt und dein Vorgehen kommentiert. Das bedeutet, du hast hier die Möglichkeit, direkt mit deinem Publikum zu interagieren – fast wie bei einer Lesung vor Ort.

Da du allerdings auch für die Technik und die Moderation zuständig bist, würde ich persönlich eine Live-Lesung nicht als erste Option wählen, sondern erst dann, wenn du schon ein paar Mal mit anderen Themen live gegangen bist und weißt, wie du mit diesem Medium zurechtkommst.

Leichter ist es, eine vorher gefilmte und bearbeitete Lesung auf YouTube, Facebook, Vimeo oder Google+ online zu stellen, um ein paar Plattformen zu nennen. Dann hast du die Möglichkeit, kleine Pannen oder allzuviele Ähs rauszuschneiden, den Ton zu bearbeiten (Rauschen und Hall entfernen, Lautstärke ausgleichen etc.) und die Bildqualität nachzujustieren. Und vielleicht ergänzt Du die Aufnahme durch einen Vor- und Abspann, sodass eine Serie mit Wiedererkennungswert aus der Lesung werden kann.

3. Lesungen bei Messen

Viele und gerade kleinere Messen bieten für Autorinnen und Autoren (also auch für Selfpublisher) die Möglichkeit, sich kostenlos zu einem Stand einen Lesungsslot dazuzubuchen. In meinen Augen ist das eine gute Chance, das Lesen vor Publikum einfach mal auszuprobieren. Auf Messen ist die Stimmung sowieso entspannter. Die Hintergrundgeräusche sind zwar lauter, aber dafür gibt es in der Regel ein professionelles Equipment aus Mikrofon und Lautsprecher, sodass Du Dir trotzdem Gehör verschaffen und Dich und Dein Buch präsentieren kannst.

4. Lesen lassen

Und wem das Selbst-Lesen nicht liegt, der kann auch vorlesen lassen. Einen solchen Service bietet z. B. Leseschnecke Steffy an. Sie liest 20 bis 30 Minuten eines Buches ein und veröffentlicht das dann auf YouTube. Zumindest noch zur Zeit; aktuell entwickelt sie ihren Service gerade weiter und wird sich damit nebenberuflich selbstständig machen. In meinen Augen eine schöne Ergänzung oder – bei Bedarf – eben eine sinnvolle Alternative.

Damit Du Dir Steffys Angebot vorstellen kannst, hier eine ihrer Lesungen, und zwar mit dem ersten Kapitel von »Wunschträume: Seelenreise 1«:

Screenshot des YouTube-Videos von Leseschnecke Steffi aus der Lesung von »Wunschträume« von Kari Lessír
Mit einem Klick aufs Bild gelangst Du direkt zur Lesung des ersten Kapitels von »Wunschträume« auf YouTube.

Was es für die Gestaltung einer überzeugenden Lesung braucht, das erzähle ich Dir in der Fortsetzung des Beitrags.

Die nächsten Teile der Beitragsreihe erscheinen jeweils exklusiv am Monatsende im Newsletter und zur Mitte des Folgemonats hier auf dem Blog.

  1. Mein Weg ins Selfpublishing
  2. Was unterscheidet den Verlagsautor vom Selfpublisher?
  3. Wie steht es um die Freiheit als Selfpublisher wirklich?
  4. Ist Selfpublishing der Weg zur Selbstverwirklichung?
  5. Wie sieht es mit der Arbeitsbelastung aus?
  6. Gibt es Konkurrenz unter verlagsunabhängigen Kollegen?
  7. Lesung gesucht – der Selfpublisher und der Kontakt zu Leser*innen
  8. Wo findet das Marketing statt?
  9. Wie kommen Indie-Bücher in den Buchhandel?

Du hast weitere Vorschläge oder Wünsche? Dann schreib sie mir gern in den Kommentarbereich. Genauso Deine Meinung zum Thema.

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