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[Selfpublishing #6] Konkurrenz unter Autoren: Ist da was dran?

Nächtlicher Sternenhimmel mit Milchstraße und Sternschnuppen | Das Foto stammt von Pixabay
Foto: pixabay.com

Ich bin ein spiritueller Mensch. Einer der Gründe, weshalb ich Liebesromane mit Engeln, Drachen, Krafttierreisen und Jenseitskontakten schreibe. Ich schätze mal, das ist dir bekannt, sonst würdest du dich nicht auf meinem Blog umschauen und diesen Beitrag lesen. Als spiritueller Mensch bin ich mir bewusst, dass wir mehr als nur eine körperliche Hülle sind. Wir sind in erster Linie eine unsterbliche Seele, die in diesem Leben, in dieser Inkarnation auf Erden, eine materielle Erfahrung machen möchte. Dazu habe ich sehr viel in meiner letzten Veröffentlichung (»Am Abgrund der Dunkelheit«) geschrieben, falls Dich das Thema interessiert. – Jetzt aber zum eigentlichen Inhalt des Blogbeitrags:

Konkurrieren wir Autor*innen untereinander?

Ich schätze, schon. Zumindest nehme ich das an, denn Konkurrenz, Neid, Eifersucht u.ä. sind zutiefst menschliche Gefühle, die wir in unserer heutigen Gesellschaft so kanalisiert haben, dass wir in einem ständigen Gefühl des Mangels leben. Wir haben nicht genug Geld, Liebe, Anerkennung usw. Du kennst das bestimmt auch, vielleicht mit anderen Begriffen.

Das ist keine Kritik, nur meine ganz persönliche Meinung. Dieses Gefühl des Mangels gehört zum Leben auf diesem Planeten dazu. Es treibt uns an, lässt uns jeden Morgen aufstehen und unser Tagewerk vollbringen und hat uns zu überragenden Entdeckungen und Erfindungen geführt. Das Mangeldenken und -fühlen ist zutiefst menschlich. Ganz genau: »menschlich«, aber eben nicht »seelisch«.

Unsere Seele, die wir – meiner Meinung nach – tief in uns drin in Wahrheit sind, ist das ganze Gegenteil. Sie ist mit allem und jedem verbunden. Nur dass wir das für die Dauer unseres Lebens hier auf Erden vergessen haben. Keine Sorge; das ist vollkommen in Ordnung. Wir können die Verbindung trotzdem spüren. Zumindest unbewusst.

Wir stehen auf energetischer Ebene in Kontakt miteinander

Wenn Du zum Beispiel an jemanden denkst und er Dich kurz darauf anruft. Oder Du von jemandem träumst und am nächsten Morgen erzählt Dir der- oder diejenige, dass genau das passiert ist, wovon Du geträumt hast. Mir ist es in Meditationen sogar schon gelungen, mit anderen Menschen, die mir nahestehen, Kontakt aufzunehmen. Zumindest habe ich sie dazu bewegt, sich bei mir zu melden. Die Botschaft selbst musste ich dann per Chat bzw. telefonisch überbringen. Soweit bin ich noch nicht mit der geistig-seelischen Verbindung.

Konkurrenz contra Netzwerken

An dem Punkt frage ich mich, warum ich in anderen Autor*innen eine Konkurrenz sehen sollte? Was könnten sie mir wegnehmen, was ich habe? Leser? Newsletter-Abonnenten? Buchkäufer? Ich wüsste nicht, wie. Wenn ich keine vernünftigen Geschichten oder Newsletter-Beiträge liefere, sind die Leser weg – Du sicher auch. Also liegt es an mir, ob ich als Autorin Erfolg habe. Oder sehe ich das falsch?

Grundsätzlich habe ich allerdings den Eindruck, dass sich das Miteinander unter Autor*innen in den letzten Jahren verändert hat. Gerade jüngere Kolleg*innen gehen heute aufeinander zu und machen Dinge gemeinsam. Angefangen vom gemeinsamen Schreiben, gemeinsamer Weiterbildung, gemeinsamen Events und gemeinsamer Werbung. Inzwischen gibt es so viele Autor*innen-Netzwerke, dass sich jeder nach den eigenen Bedürfnissen die passenden aussuchen kann.

Es geht nur gemeinsam

Symbolbild für eine weltweite Vernetzung durch das Internet | Das Foto stammt von Pixabay
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Ich denke, dass gerade das extrem wichtig ist. Das Internet hat uns aus einer Welt der Einzelkämpfer in eine vernetzte Welt katapultiert, die es vor fünfzehn oder zwanzig Jahren noch nicht gegeben hat. Für mein Gefühl ist es wirklich an der Zeit zu begreifen, dass wir beruflich wie auch privat deutlich weiter kommen, wenn wir zusammenarbeiten und gemeinsam auf unsere Ziele hinwirken. Unter Autor*innen bedeutet das, dass wir uns zusammenschließen und mit vereinten Kräften unsere Leser zu erreichen suchen. Dabei ist es hilfreich, wenn jeder Autor bzw. jede Autorin eine eindeutige Marke darstellt, die aus dem Zusammenschluss auf besondere Weise herausstrahlt.

Neue Zeiten brechen an

Genauso sehe ich es im Privaten bzw. Zwischenmenschlichen. Wir sind keine Einzelwesen, die jedes für sich seinen Alltag »durchkämpfen« muss. Wir sind verbunden, übers Internet und auf der seelisch-energetischen Ebene. Menschen, Tiere, »Dinge«. Alle bestehen wir aus Energie, die sich hier auf diesem Planeten materialisiert hat. Wenn wir uns dessen bewusst sind, ist das Thema »Konkurrenz unter Autor*innen« keines mehr.

Du bist anderer Meinung? Oder derselben? Dann lass es mich wissen, gerne in einem Kommentar, über das Kontaktformular oder per Mail.

Ergänzung

Ruprecht Frieling hat in seinem Kommentar zu diesem Beitrag vom 12. September 2018 darauf hingewiesen, dass Neid- und Hassattacken zwischen Autoren erst durch das Internet – und dann vielfach durch von ihm sogenannte »Hobbyautoren«, denen die notwendige Distanz zu ihrem Schreiben fehlen mag – aufgebrochen sind.

 

Den Kommentar seht ihr unten. 👇🏻

 

Dem mag tatsächlich vielfach so sein. Professionell arbeitende Autor*innen sind sich in der Regel ihres Wertes und ihres Könnens bewusst. Wenn sich jemand kritisch über ihr Werk – nicht über sie als Person! – äußert: So what? Ein Kunstwerk muss nicht jedem gefallen. 🤷‍♀️ Kunst ist Geschmackssache und darüber lässt sich trefflich streiten (oder eben gerade nicht).

Diesen Aspekt möchte ich an dieser Stelle der Vollständigkeit halber unbedingt erwähnen. Danke für den Einwurf.

Die nächsten Teile der Beitragsreihe erscheinen jeweils exklusiv am Monatsende im Newsletter und zur Mitte des Folgemonats hier auf dem Blog.

  1. Mein Weg ins Selfpublishing
  2. Was unterscheidet den Verlagsautor vom Selfpublisher?
  3. Wie steht es um die Freiheit als Selfpublisher wirklich?
  4. Ist Selfpublishing der Weg zur Selbstverwirklichung?
  5. Wie sieht es mit der Arbeitsbelastung aus?
  6. Gibt es Konkurrenz unter verlagsunabhängigen Kollegen?
  7. Lesung gesucht – der Selfpublisher und der Kontakt zu Leser*innen
  8. Wo findet das Marketing statt?
  9. Wie kommen Indie-Bücher in den Buchhandel?

Du hast weitere Vorschläge oder Wünsche? Dann schreib sie mir gern in den Kommentarbereich. Genauso Deine Meinung zum Thema.

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Kommentare: 4
  • #1

    Le. Alex Sax (Freitag, 31 August 2018 18:31)

    Hallo Kari

    Ein sehr guter Beitrag, danke dafür. Grundsätzlich bin ich Deiner Meinung, allerdings bemerke ich eine Verschiebung. Früher wurde die Missgunst öfters offen ausgetragen. Das hat dann für den "Troll" Auswirkungen, die der natürlich umgehen möchte. Ich habe den Eindruck, dass sich das Mobbing in die Anonymität flüchtet, in Form von Rache-Rezis etc. Deshalb meine Frage, ist es wirklich besser geworden?

    Liebe Grüsse
    Alex

  • #2

    Kari (Freitag, 31 August 2018 19:46)

    Alex, hi, schön, dass du mir genau diese Frage stellst. Ich bekomme solche Vernichtungsattacken immer mal wieder am Rande auf Facebook mit, teils von befreundeten Autor*innen, teils über Buchblogs. Du hast recht. Diesen Punkt hatte ich nicht auf dem Schirm. Es scheint tatsächlich so, als ob Neid und Missgunst immer mehr in der Anonymität ausgetragen werden. So ein Fake-Account ist schnell erstellt und dann kann man herrlich und in Freuden andere Menschen niedermachen. Die Politik macht's vor; insofern mag das ein Stück weit »salonfähig« geworden sein.
    Ich persönlich bin von sowas bislang verschont geblieben (ich klopfe drei Mal auf Holz). Unter Kolleg*innen witzel ich deswegen, dass ich »unterm Radar fliege«. Möge das auch weiterhin so bleiben ...
    Ob die Situation nun tatsächlich besser geworden ist? Ja, ich denke schon, denn das Netzwerken unter Autor*innen überwiegt. Zumindest in meiner persönlichen Wahrnehmung. Früher gab es das nur ganz selten. Da war man als Autor*in ein*e echter Einzelkämpfer*in.
    Liebe Grüße,
    Kari

  • #3

    Ruprecht Frieling (Mittwoch, 12 September 2018 15:21)

    Die Schauergeschichten vom neidischen Autor/Künstler kann ich aus vierzig Berufsjahren nicht bestätigen. Ich kenne Kollegen, die viel Respekt vor der Arbeit anderer haben und dies auch zum Ausdruck bringen. Natürlich findet man nicht alles toll, was andere produzieren. Es gibt viele Genres und Herangehensweisen. Jeder strebt dabei danach, seinen unverwechselbaren Stil zu finden und diesen auszubauen.

    Neid in Form von Hass-Rezensionen (wie sollte er sich sonst äussern?) sind mir erst im Web 2.0 begegnet und dort auch nur unter Hobbyautoren, die aufgrund mangelnder Erfahrung und Sachkenntnis recht undistanziert dem eigenen Werk gegenüberstehen.

    Ich würde deshalb bei diesem Thema deutlich zwischen Profis und Amateuren differenzieren.

  • #4

    Kari (Mittwoch, 12 September 2018 16:37)

    Hallo Ruprecht,
    ich gebe dir absolut recht. Ja, stimmt, erst mit der Liberalisierung des Autorenlebens in Gestalt des Selfpublishings hat das Autorenbashing immerns zugenommen – und zwar vor allem in Gestalt von Hass-Rezensionen.
    Ich werde das im Beitrag noch ergänzen – mit Hinweis auf deinen Einwurf. Danke dir!
    Lieben Gruß,
    Kari