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[Werkstatt #11] Kauf doch endlich mein Buch!

Mikrofon auf einem Foto von der Website pixabay.com
Foto: www.pixabay.com

Heute – mit dem letzten Teil meiner Beitragsreihe »Blick in die Werkstatt« – kommen wir zur Kür für Autor*innen: dem Marketing. Nun gut, das ist meine persönliche Meinung, da rund die Hälfte meiner Arbeitszeit als verlagsunabhängige Autorin fürs Marketing draufgeht. Vor knapp drei Jahren habe ich mich schon einmal zu diesem Thema geäußert, damals im Rahmen einer Blogparade. Deswegen werde ich hier in diesem Beitrag einen anderen Schwerpunkt setzen.

Eine Definition des Begriffs »Marketing« spare ich mir an dieser Stelle und verweise auf den Eintrag im Gabler Wirtschaftslexikon, den ich hier verlinkt habe. Grundsätzlich ist »Marketing« etwas, das man können sollte. Ansonsten geht – so zumindest meine Meinung – der Schuss eher nach hinten los.

Wo bleibt der Spaß?

Die Adressaten des Marketings, also die Zielgruppe, in meinem Fall die Leser*innen, sollen Spaß dabei haben. Ich bin der festen Überzeugung, dass gutes Marketing nichts, aber auch gar nichts mit penetrant lauten »Kauf-mein-Produkt«-Rufen zu tun hat. Ich denke allerdings, dass sich das inzwischen unter Autor*innen herumgesprochen hat; ständiges Posten der immer gleichen Inhalte inklusive Kauflink zum einzigen Buch verschreckt die Leser*innen, statt sie zum Lesen zu verführen.

Auch ganz wichtig: das Neugierigmachen

Marketing hat für mich etwas mit Neugierigmachen zu tun bzw. mit intelligentem Interessewecken. Wenn ich samstags meinen Wocheneinkauf im Supermarkt tätige, habe ich keine Lust, mich an zwei oder drei »Verkäufer*innen« vorbeischlängeln zu müssen, die mir rücksichtslos ihre Produkte anzudrehen versuchen. Du kannst dir die Situation sicher bildlich vorstellen …

Wenn die Initiative dagegen von mir ausgeht, ich vielleicht erstmal in Ruhe schauen darf, dann überlege ich eventuell, etwas zu kosten oder eine Produktprobe mitzunehmen, um im Bild vom Samstagseinkauf zu bleiben.

Ich zeige mich meinen Leser*innen

So wie das Produkt im Supermarkt mein Interesse wecken muss, damit ich mich informiere oder einen Testkauf wage, ist es mein Anliegen, mit Buchmarketing das Interesse potentieller Leser*innen zu wecken:

  • Wer bin ich als Autorin?
  • Was ist mein Spezialgebiet?
  • Welche Inhalte biete ich?
  • Wie schreibe ich?
  • Was ist mir wichtig?
  • Für welche Werte stehe ich im Leben und in meinen Büchern?

Das alles (und noch vieles mehr) vermittle ich das ganze Jahr über möglichst authentisch, sowohl über die sozialen Netzwerke als auch über meine Website, meinen Blog und live bei Lesungen und auf Messen. Dann ist es für andere Menschen nur noch ein kleiner Schritt, sich für meine Bücher zu interessieren – weil ICH sie neugierig gemacht habe. Auf mich und das, wofür ich stehe.

Hilfe beim Marketing

Keine leichte Aufgabe, die mir einfach mal so in die Wiege gelegt wurde. Deswegen habe ich mir von Marketing-Profis Hilfe und Anregungen geholt. Vielen von ihnen folge ich, habe ihre Blogbeiträge, Videos oder Podcasts abonniert, habe sie mit Maßnahmen beauftragt oder Kurse bei ihnen gebucht.

Im Folgenden habe ich dir ein paar Marketing-Profis aufgelistet, die ich als hilfreich empfinde. Natürlich ist diese Auswahl subjektiv. Bitte lass dich davon inspirieren – und schaue dann selbst weiter, wer auf deiner Wellenlänge liegt. Das können natürlich vollkommen andere Personen sein. Klar, oder?

Wie machen es die Kolleg*innen?

Es müssen nicht immer nur Profis sein. Auch von erfolgreichen Kolleg*innen kannst du dich inspirieren lassen; ich mache das auch immer mal wieder. Denn sich inspirieren zu lassen bedeutet nicht abzukupfern. Das heißt für mich, die Essenz herauszudestillieren und diese dann für die eigenen Bedürfnisse anzupassen; durchaus mit einem Hinweis oder einem Dankeschön an die Quelle. Dabei ist mir bislang noch kein Zacken aus der Krone gebrochen. Und einen Dank hört jeder gerne.

Was tun, wenn gar nichts fruchtet?

Dann wird es Zeit, sich wirklich professionelle Hilfe zu holen. Den Schritt habe ich vor knapp drei Jahren gemacht und keine Sekunde bereut. Die inhaltliche Qualität meiner Bücher hat sich dadurch nicht verändert, doch das Aussehen und mein Auftreten definitiv. Ich bin sichtbarer geworden und ich zeige mich absolut authentisch. Ich bin echt – auch mit Pseudonym. Einen Künstlernamen zu nutzen bedeutet ja nicht, dass ich mit falschen Karten spiele.

Das Pseudonym trennt den Außenauftritt vom Privatleben und harmoniert in der Regel mit dem jeweiligen Genre. Auch das ist in meinen Augen Teil des Marketings.

Darum geht es in der nächsten Artikelserie

Damit endet der letzte Beitrag der Reihe »Blick in die Werkstatt«, mit der ich dich im Jahr 2017 auf meinem Blog informiert habe. Ich freue mich, wenn du auch in Zukunft weiter mitliest, dann über das Thema »Selfpublishing und ich«.

Hier noch einmal im Überblick sämtliche Teile der Beitragsreihe »Blick in die Werkstatt«:

  1. Ausbildung zum Autor
  2. Ideenentwicklung
  3. Figurenentwicklung
  4. Handlungsentwicklung/Plotten
  5. Dramaturgie
  6. Recherche
  7. Rohmanuskript vs. Überarbeitung
  8. Buchsatz
  9. Rezensenten-Team
  10. Netzwerken
  11. Marketing

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