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[Werkstatt #9] Nicht ohne mein Rezensenten-Team

Junge Frau liegt auf der Couch und liest. Das Foto stammt von "racorn" von der Plattform www.123rf.com
Wer schreibt, der bleibt – und braucht kritische Leser*innen | Foto: © racorn/www.123rf.com

Mein Buch ist geschrieben, überarbeitet und gesetzt. Mitunter haben es auch Testleser*innen zu Gesicht bekommen. Jetzt braucht es einen möglichst optimalen Start. Das bedeutet im Klartext: Mein Roman benötigt Aufmerksamkeit, um Käufer zu finden. Andernfalls würde er in der Masse der täglichen Neuerscheinungen untergehen. Was also tun? Klar könnte ich alle Freunde und die gesamte Familie auffordern zu kaufen, aber das ist noch keine erfolgversprechende Strategie. Anzeigen schalten? Flyer in der Stadt verteilen? In sämtlichen Online-Buch-Communitys und -Gruppen, die ich kenne, Werbung platzieren? Das Buch anfangs gratis anbieten? Nein, nicht mein Weg.

Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen habe ich mich für eine Mischung aus hochwertigem Event und Rezensionen zum Verkaufsstart entschieden. Allerdings überlasse ich die Rezensionen nicht dem Zufall, sondern arbeite dafür mit einem Rezensenten-Team zusammen, dessen Mitglieder mir zum Teil schon seit mehreren Jahren vertraut sind.

Was zeichnet mein Rezensenten-Team aus?

  1. Mein Rezensenten-Team besteht aus Leser*innen und Buchblogger*innen. Sie alle schätzen meine Bücher und meine Art zu schreiben. Dabei ist mir der nächste Punkt ganz wichtig:
  2. Die Meinung der Rezensent*innen ist unantastbar. Wenn sie Kritik üben, nehme ich ihre Meinung ernst. Schließlich wollen sie mich mit ihren Anmerkungen unterstützen – und nicht ärgern.
  3. Konstruktive Kritik ist ein Geschenk, das ich annehme und umsetze. Denn sind wir mal ehrlich: Ich habe monatelang an meinen Büchern gearbeitet und sie dabei mehrfach umgeschrieben. Ich bin definitiv betriebsblind und auch (m)eine Lektorin kann nicht alle Fehler finden. Gut, wenn dann ein komplett Unbeteiligter den Finger auf die Stellen setzt, an denen die Logik, der Inhalt oder die Sprache klemmt.
  4. Die Rezensent*innen kommunizieren mit mir auf Augenhöhe. Weder schleime ich noch besteche ich sie. Sie sind »Geschäftspartner«, die mich in meiner Arbeit unterstützen und dafür ihre Zeit, Kreativität und ihre sozialen Netzwerke zur Verfügung stellen.
  5. Die Rezensent*innen erhalten von mir alles, was sie für ihre Arbeit benötigen. Dazu gehört erst einmal das Buch in möglichst fehlerfreier Version, wenn auch in der Regel nicht im endgültigen Layout. Ich gebe zumeist Vorablese-Exemplare raus, die sich schneller und kostengünstiger produzieren lassen als die endgültigen Bücher. Diese bekommen meine Rezensent*innen nach der Veröffentlichung als Dankeschön für die Rezension. Zudem informiere ich mein Rezensenten-Team per Newsletter über alles Wichtige und habe für alle, die auf Facebook sind, eine geschlossene Gruppe für den schnellen direkten Austausch. Hier kann ich Fragen stellen, Live-Videos posten, Gewinnspiele veranstalten, die exklusiv für mein Rezensenten-Team gedacht sind, und vieles mehr.

Wie baue ich mein Rezensenten-Team auf?

Balkonszene mit Buch auf einem kleinen Tisch, daneben ein Stuhl mit Kissen und Decke. Das Foto stammt von "gregorylee" auf www.123rf.com
Foto: © gregorylee/www.123rf.com

Auf meiner Autorenwebsite gibt es eine Bewerbungsseite, über die sich jede Interessent*in an mich wenden kann. Ein eigenes Blog ist keine Voraussetzung, wenn auch wünschenswert. Wichtiger sind regelmäßige Rezensionen auf Buchportalen (Amazon, Thalia, Weltbild etc.) und in Online-Communitys (Lovelybooks, Goodreads, Wasliestdu etc.). Auch Booktuber und Bookstagrammer sind herzlich willkommen.

Jede Anfrage schaue ich mir in Ruhe an und lese in die bisherigen Rezensionen hinein. Wenn ich das Gefühl habe, es könnte passen, schicke ich gleich die Bestätigung; andernfalls frage ich nach den Beweggründen – und entscheide dann.

Was bringt mir das alles?

In Zusammenarbeit mit meinem Rezensenten-Team gelingt es mir, zum Veröffentlichungstermin zehn bis zwanzig qualifizierte Rezensionen bei Amazon vorzuweisen. »Qualifiziert« insofern, als dass die Texte Hand und Fuß haben und nicht aus schlichten Zweizeilern meiner besten Freundin, Schwester oder Nachbarin bestehen. Außerdem habe ich durchaus auch kritische Stimmen dabei, denn nicht alles, was ich zu Papier bringe, gefällt zu hundert Prozent den Mitgliedern meines Rezensenten-Teams. Wäre ja auch schlimm und ein deutlicher Hinweis darauf, dass ich »mit gezinkten Karten spiele«.

Geduld ist ganz wichtig

Allerdings entsteht ein umfassendes Rezensenten-Team nicht von jetzt auf gleich. Ich baue meines seit über zwei Jahren auf und habe knapp vierzig Mitglieder, auf die ich mich verlassen kann. Mein großes Vorbild in Sachen Rezensenten-Team ist dabei meine Autorenkollegin Virginia Fox, die ganz bezaubernde Drachenromane und USA-Romantikthriller schreibt. Kennst Du sie schon? Falls nicht, schau mal bei ihr vorbei. Es lohnt sich.

Übrigens …

Du hast es sicher schon bemerkt: Mein Rezensenten-Team ist mir sehr, sehr kostbar. Ich bin für jedes einzelne Mitglied dankbar, egal wie kurz oder lang es dabei ist. Es ist einfach schön, von Buchliebhaber*innen umgeben zu sein, die mich unterstützen. ❤️ Deswegen an dieser Stelle ein dreifaches DANKESCHÖN an euch! Ihr seid großartig! 😍

Die nächsten Teile der Beitragsreihe erscheinen jeweils exklusiv am Monatsende im Newsletter und zur Mitte des Folgemonats hier auf dem Blog.

  1. Ausbildung zum Autor
  2. Ideenentwicklung
  3. Figurenentwicklung
  4. Handlungsentwicklung/Plotten
  5. Dramaturgie
  6. Recherche
  7. Rohmanuskript vs. Überarbeitung
  8. Buchsatz
  9. Rezensenten-Team
  10. Netzwerken
  11. Marketing

Du hast weitere Vorschläge oder Wünsche? Dann schreib sie mir gern in den Kommentarbereich. Genauso Deine Meinung zum Thema.

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Folgende Verlinkung kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

Virginia Fox: http://virginiafox.com

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