Autorenferien oder so etwas in der Art

Zwei Bilder meines Sommers: Sonnenuntergang in Nordfriesland und ein Blick auf die Münchener Synagoge
Eindrücke meines Sommers 2017: Sonnenuntergang in Nordfriesland (links) und die neue Münchener Synagoge (rechts)

Die Sommerzeit ist bei mir immer ein Spagat zwischen Arbeit und Schulferien. Dabei nehme ich mir jedes Jahr vor, nächstes Mal mache ich es besser. Plane besser, organisiere mich effektiver, arbeite schneller. Doch das Leben überrennt mich stets aufs Neue: Stress bis zur letzten Sekunde, schnell die Koffer gepackt — und dann möglichst Erholung auf Knopfdruck. Was natürlich nicht funktioniert. Deswegen ja auch der regelmäßige Vorsatz im Herbst, es im Folgejahr besser zu machen. Aber es will mir nicht gelingen. Zumindest nicht, seitdem ich mich als freie Autorin und Schriftstellerin selbstständig gemacht habe.

Das Bücherschreiben lässt sich – zumindest bei mir – nur bis zu einem gewissen Grad planen. Und so wird aus einer für das erste Quartal 2017 angedachten Veröffentlichung Mitte Juni. Wobei ich gestehen muss, dass ich zu Ostern ein Buch dazwischen geschoben habe. Einfach so. Was natürlich auch ein Grund für meine »Fehlplanung« ist.

Aber zurück zum Thema.

Mein Sommer 2017

Der begann stressig mit der Veröffentlichung von Buch Nummer sieben. Dem dritten Band der in Wiesbaden spielenden spirituellen Seelenreise-Reihe. Dahinter verbergen sich Liebesromane mit spirituellen Botschaften, die ich in die Handlung einwebe. In »Plus Size für die Liebe« geht es diesmal um eine junge Frau (aus Wiesbaden, klar oder?), die sich selbst zwischen unzähligen Diäten verloren hat und inzwischen der festen Überzeugung ist, dass es mit ihrem Aussehen keine Liebe und keine Partnerschaft geben kann. Mit dieser Brille auf der Nase kann das natürlich auch nicht klappen und so darf Mia im Buch ihre Weltsicht verändern. Und mit ihr meine Leser*innen.

Marketing muss sein

Damit das Buch seine Leser*innen erreicht, habe ich zur Veröffentlichung eine vierzehntägige Challenge ins Leben gerufen, in der die weit über hundert Teilnehmer*innen jeden Tag eine andere Aufgabe zu meistern hatten, durch die sie sich mit ihrem Körper und ihrem eigenen Selbstbild beschäftigen durften. Nicht einfach so »aus Spaß an der Freude«, sondern im Wettbewerb um eine Fülle attraktiver Preise, darunter an erster Stelle ein Beauty-Fotoshooting bei einer professionellen Fotograf*in. Das Shooting ist inzwischen organisiert und soll noch im August stattfinden. Ich bin gespannt auf die Bilder und die Ausstrahlung, die die Gewinnerin auf ihnen der Welt zeigt.

Nebenher – was für eine Untertreibung – läuft der Buchverkauf über meinen Onlineshop und der Kontakt zu Leser*innen, Blogger*innen und Rezensent*innen, für die ich immer ansprechbar bin. Selbst im Urlaub – dem Smartphone sei Dank.

Ab in den Urlaub

Blick auf das Restaurant Gosch in List auf Sylt
List auf Sylt

Der eigentliche Urlaub – mein Jahresurlaub von knapp drei Wochen – hat mich dann in den hessischen Schulferien ins nordfriesische Wattenmeer geführt: nämlich wie immer seit über zehn Jahren auf die Insel Nordstrand. Sie ist meine Seelenheimat. Hier finde ich Ruhe auf einem Bauernhof direkt am Deich, wo ich einfach nur SEIN kann. Nichts tun. Nichts planen. Mich treiben lassen, im Watt spazieren gehen, den Wind und den Regen genießen, Fahrradfahren, Geocachen und im Meer schwimmen. Dieses Jahr ergänzt mit dem Highlight, einen Tag mit dem Schiff nach Sylt übergesetzt zu haben, um danach zu wissen, Nordstrand ist und bleibt »meine« Insel. All den Trubel, den Prunk und die Infrastruktur brauche ich im Urlaub nicht. Da darf es ganz bodenständig zugehen. Bauernhof eben 😉

Halbzeit

Nach der großen Familienreise bin ich nur teilweise im Alltag angekommen; schließlich waren ja noch Schulferien. Weitere drei lange Wochen, die ich genutzt habe, um mich mit Autorenkolleginnen in Wiesbaden und München zu treffen. Für mich ist der Austausch mit Kolleg*innen immer ungemein inspirierend. Zu erfahren, wie andere arbeiten: planen, schreiben, überarbeiten, veröffentlichen und vermarkten. Welche Vorteile hat der Weg über einen Verlag – oder über eine Agentur – im Vergleich zum Selfpublishing? Was macht Kollege X, was Kollegin Y und aus welchen Gründen? Wie sieht im Verhältnis dazu mein Weg aus? Lässt sich der optimieren oder gegebenenfalls komplett verändern? Bin ich grundsätzlich auf meiner Spur? Folge ich meiner Berufung?

Das sind Fragen, die ich mir gerade im Sommer gerne stelle, wenn ich aus dem Termindruck des normalen Autorenlebens ausgestiegen bin (weil Schulferien sind). Zudem habe ich dieses Jahr grundsätzlich das Gefühl, mich mit meinem Lebensplan auseinandersetzen zu müssen: Folge ich allen meinen Berufungen oder gibt es noch welche, die gelebt werden wollen? Was schlummert noch unter der Oberfläche? Vielleicht liegt das am Alter? Schließlich bin ich Anfang Februar wundervolle gesegnete Fünfzig geworden.

Auf zu neuen Ufern

Fragen über Fragen, mit denen ich mich in diesem Sommer beschäftigt habe, bevor ich mich Mitte August – mit Beginn des neuen Schuljahrs in Hessen – wieder mit frischem Elan an meinen Schreibtisch setze und die nächsten Romanprojekte angehe. Selbstverständlich spielen auch diese wieder in Wiesbaden. Die Stadt ist nun mal ein wunderbarer Handlungsort mit seinen zahlreichen Baudenkmälern, der Natur in und um die City und den besonderen Menschen hier. Wer’s genauer wissen will, ist herzlich eingeladen, in meine Bücher reinzuschnuppern – hier auf der Website sowie in den örtlichen Buchläden.

Dieser Text gehört zur Bloparade »Mein Sommer: Zwischen Brotjob, Kultur und Ferien«. Kulturmacher*innen und Kulturschreiber*innen, die sich dieser Aktion anschließen wollen, finden die Teilnahmebedingungen unter https://kulturblogclub.wordpress.com/2017/06/21/einladung-aktion-sommer-zwischen-brotjob-kultur-ferien/

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Kommentare: 4
  • #1

    farbenfreundin (Montag, 14 August 2017 13:27)

    Liebe Kari!
    Wieder so schön geschrieben, klasse. Danke, dass wir an deinem spannenden Autrinnenleben teilnehmen dürfen. Und wie schade, dass ich deine Blogparade verpasst habe, denn als ehemalige Stilberaterin habe ich auch so meine Erfahrungen mit Frauen und ihrem Selbstbild...
    Bis bald mal wieder!

    Viele Grüße
    Bärbel aka Farbenfreundin

  • #2

    Kari (Montag, 14 August 2017 18:50)

    Da hast du recht, Bärbel. Diese Challenge hätte dir bestimmt Spaß gemacht. Wird schon seinen Grund haben, warum diese Aktion an dir vorbeigelaufen ist. �

    LG Kari

  • #3

    Tanja (Mittwoch, 16 August 2017 15:45)

    Liebe Kari - das klingt ja spannend. Ich freue mich, über diese Blogparade auf dich und deine Bücher aufmerksam geworden zu sein. Da ich eine begeisterte Leseratte bin und seit meiner Kindheit davon träume selbst mal ein Buch zu schreiben, werde ich sehr bald eines deiner Bücher lesen. Herzliche Grüße aus dem Rheingau, also quasi von nebenan, Tanja

  • #4

    Kari (Mittwoch, 16 August 2017 17:35)

    Liebe Tanja,
    gleich mal bei dir vorbeigeschaut und mich über Newsletter, Insta und Twitter mit dir vernetzt. Danke für deinen Besuch und, ja, ich freue mich, wenn du eines (oder mehrere) meiner Bücher liest und mir danach Feedback geben magst. Das Feedback ist des Autoren Seelennahrung – oder so ähnlich *lach*
    Liebe Grüße ins Rheingau
    Kari