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Was treibt mich eigentlich zu Buchmessen?

Blick in die Messehalle der LBM16 | Foto: Divina Michaelis
Blick in die Messehalle der LBM16 | Foto: Divina Michaelis

Autorin Vera Nentwich fragt in einem ihrer letzten Blogartikel, den ich Dir hier verlinke, wie wir Kollegen den Besuch auf Buchmessen einschätzen: als Gewinn oder vielleicht doch eher als Geldverschwendung? Damit trifft sie einen in meinen Augen wichtigen Punkt, denn – so meine Erfahrung – ein Messebesuch ist zeitaufwändig und kostenintensiv und will schon allein aus diesem Grund genau überlegt sein. Wo also stehe ich zu diesem Thema?

Als Fachbesucher auf die Frankfurter Buchmesse

Fangen wir von vorne an: Wer im Verlagsbereich arbeitet, für den gehören Buchmessen schlicht und einfach dazu. Es ist eine Fachmesse für Fachbesucher, die sich am Wochenende auch für Leser öffnet. Zumindest handhaben das die großen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig so. Ich selbst gehe seit 1993 jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse. Als ich noch für einen internationalen Fachverlag in Wiesbaden arbeitete, gehörte das gewissermaßen zum Pflichtprogramm. Das war ein Geschäftstermin, um den Markt zu sondieren: Welche Themen verlegen andere Fachverlage? Welche Kollegen sind vor Ort? Wo kann ich Kontakte im Sinne der Autoren knüpfen?

Spaß macht so ein Messebesuch nicht. Die Füße tun weh, der Kopf dröhnt und ich fühlte mich, als wäre ich stundenlang durch Klebstoff gewatet, der mir noch immer anhaftete.

Selfpublisher machen die Messe bunt

Erst seitdem sich die Frankfurter Buchmesse für Selfpublisher geöffnet hat, hat sich das Blatt für mich gewendet. Plötzlich waren da Autorenkollegen, mit denen ich mich treffen und austauschen konnte. Die Stimmung wurde zunehmend locker, fröhlich und mitunter fast schon familiär.

Leipzig toppt alles

Noch viel intensiver habe ich das in Leipzig wahrgenommen. Die dortige Buchmesse hat – soweit ich weiß – von Anfang an viel stärker auf das Publikum, auf die Leser und damit auf die Autoren gesetzt, während in Frankfurt die Verlage im Zentrum der Aufmerksamkeit standen. Inzwischen nähern sich allerdings beide Messen ein Stück weit aneinander an.

In jedem Fall ist die Leipziger Buchmesse eine Veranstaltung, auf der man als Selfpublisher Spaß hat. Hier trifft man (fast) alle Kollegen und massenweise Leser, und das in entspannter Atmosphäre. Die beiden Male, die ich in zwischen in Leipzig war, waren überwältigend. Sie haben mir Energie gegeben, statt sie mir – wie in Frankfurt – zu rauben.

Hofheim statt Leipzig

Blick in den Stand der Autorenvereinigung Qindie auf der Leipziger Buchmesse 2016
Am Stand von Qindie auf der LBM16 | Foto: Divina Michaelis

Und doch habe ich für dieses Jahr entschieden, NICHT nach Leipzig zu fahren. Das mag im ersten Moment unlogisch klingen, klärt sich aber, wenn ich ein bisschen aushole. In den letzten beiden Jahren habe ich jeweils fünf Stunden An- und Abreise sowie den Messebesuch inklusive Standbetreuung bei Qindie an einen einzigen Tag gelegt. Das war extrem anstrengend, und so habe ich nach dem zweiten Mal beschlossen, nur noch mehrtägige Messebesuche in Leipzig wahrzunehmen. Doch genau das ist in diesem Jahr nicht drin.

In meiner Planung sind zwei Buchmessen pro Jahr vorgesehen. Eine davon ist die Frankfurter Buchmesse, weil ich sie problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln und ohne Übernachtung besuchen kann. Als zweite kommt dieses Jahr eine neue kleine Lesermesse im Rhein-Main-Gebiet hinzu – die Buch Messe Hofheim –, die ich einerseits als Newcomer unterstützen will und bei der ich andererseits die Möglichkeit habe, als Selfpublisherin einen eigenen Stand finanzieren zu können. Und diese Chance will ich unbedingt nutzen.

Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich als unabhängige Autorin gar keinen Anlaufpunkt, in Leipzig gehörte ich am Stand von Qindie zum Standpersonal. Und so ist 2017 der richtige Moment, um sich mal einen eigenen Messestand zu gönnen, wo ich mich und meine Bücher präsentieren kann. ^^

Argumente für einen Messebesuch

Bei all den Mühen und Kosten stellt sich natürlich auch die Frage, warum ich überhaupt zu einer Buchmesse fahre. Für mich gibt es drei Hauptgründe:

  • Kontakt zu Kollegen, Bloggern und Lesern
  • Eintauchen in die Welt der Bücher
  • Urlaub für die Autorenseele

Mich hat ein Tag auf einer der großen Buchmessen immer enorm weiter gebracht und inspiriert. Allerdings brauche ich grundsätzlich im Anschluss daran Zeit, um meine Batterien wieder aufzuladen.

Tipps zur Vorbereitung

Als hilfreich empfinde ich folgende Punkte vor einem Messebesuch:

  1. Frage dich vier bis sechs Monate im Voraus, ob du nach Leipzig oder Frankfurt möchtest, denn wenn du eine Übernachtung benötigst, ist es sinnvoll, so früh wie möglich zu buchen. Manche tun das bereits bei der Abreise für das kommende Jahr!
  2. Kümmere dich rechtzeitig um eine mögliche Akkreditierung (als Autor oder Blogger), um ein kostenloses oder Fachbesucherticket zu erhalten. Sonst kannst du die Messehallen nur am Wochenende, an den sogenannten »Publikumstagen«, betreten.
  3. Informiere dich, welche Verlage du besuchen möchtest und wo ihre Stände sind.
  4. Mache rechtzeitig Termine mit Kollegen, Bloggern und anderen für dich interessanten Menschen aus. Und plane ausreichend Leerphasen mit ein. Man braucht mehr Zeit, um sich durch volle Messehallen zu schieben als im normalen Alltag.
  5. Gibt es Veranstaltungen, die du besuchen möchtest?
  6. Trage bequeme Schuhe und Kleidung, in der du dich wohlfühlst.
  7. Nimm eine Power-Bank für Handy und/oder Kamera mit.
  8. Sorge für ausreichend Visitenkarten und Werbemittel, die du verteilen möchtest. Und natürlich für Platz, um Goodies mitzunehmen, die du unweigerlich auf der Messe erhältst.
  9. Für mich persönlich ist es außerdem wichtig, immer ein paar Müsliriegel und eine Flasche Wasser dabei zu haben. Hunger und Durst kommen oft ungefragt und ungeplant.

Sehen wir uns auf einer der Buchmessen?

Wenn du mich also in diesem Jahr auf einer Buchmesse treffen möchtest, kannst du das auf der Hofheimer Buchmesse am 10. und 11. Juni 2017 sowie auf der Frankfurter Buchmesse tun. In Hofheim habe ich einen eigenen Stand, sodass du einfach vorbeikommen kannst. In Frankfurt freue ich mich, wenn wir über einen meiner Social-Media-Kanäle ein Treffen verabreden. Vielleicht biete ich auch wieder ein von mir organisiertes Meet & Greet an; darüber denke ich nach der Sommerpause nach. Auf alle Fälle freue ich mich schon sehr auf den Kontakt zu Dir. Schließlich ist das für mich der eigentlich Sinn eines Messebesuchs.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade von Vera Nentwich zum Thema »Messebesuch – Gewinn oder Geldverschwendung? – Die Blogparade«, die noch bis zum 19. März 2017 läuft. Wenn Du ebenfalls teilnehmen möchtest, schau doch einfach auf Veras Blog vorbei.

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Kommentare: 2
  • #1

    Vera Nentwich (Mittwoch, 15 Februar 2017 09:45)

    Hallo Kari,
    sehr gute Tipps zur Messevorbereitung. Ich habe bei den messebesuchen festgestellt, dass man die verschiedenen Leute noch so häufig online treffen kann, nach einem persönlichen Treffen ist der Kontakt ein Vielfaches intensiver. Ein Treffpunkt, wie du ihn bei Qindie hast und ich beim Selfpublisher-Verband ist da sehr hilfreich und bereichernd.
    Aber ich bin wirklich traurig, dass wir uns in Leipzig nicht mal persönlich treffen.
    Herzlichen Gruß,
    Vera

  • #2

    Kari (Mittwoch, 15 Februar 2017 11:13)

    Hallo Vera,
    stimmt absolut. Ein persönliches Treffen toppt alle Online-Verabredungen dieser Welt. Und gerade weil Leipzig so eine wunderbare inspirierende Atmosphäre hat, bedauere ich meine Entscheidung wirklich sehr. Man kann dort so viele Kollegen treffen!
    Nun, Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben. Es wird eine Gelegenheit geben, zu der auch wir uns mal persönlich gegenüberstehen – und Zeit für einen Kaffee und gute Gespräche haben.
    Herzliche Grüße
    Kari