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Im Gespräch mit Autorin Sara Belin

Sara Belin im Porträt
Foto: privat

Hallo Sara, wir kennen uns durch deinen Roman »Sommer in deinen Augen«, den ich letztes Jahr gelesen habe und der mich total begeistert hat. Ist das Buch, das jetzt in einer neu bearbeiteten Gesamtausgabe vorliegt, typisch für deine Arbeit?

Nicht ganz. Die Thematik und die Konstellation zwischen den Hauptprotagonisten ist bewusst anders: Diesmal ist SIE älter, emanzipiert, erfolgreich und reich, und ER ist jung, mittellos, noch ohne beruflichen Erfolg. Außerdem bewundert er sie und nicht umgekehrt. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden ist unkonventionell, ungewöhnlich und dadurch besonders kompliziert und schwierig.

Da hake ich doch gleich mal ein: Gibt es denn etwas Charakteristisches für deine Bücher? Etwas, woran man sofort erkennt, dieses Buch ist von Sara Belin?

Das müsste man lieber meine Leserinnen fragen 😊 Neulich haben mir zwei treue Leserinnen fast gleichzeitig geschrieben, dass ihrer Meinung nach der Name »Sara Belin« hauptsächlich für leidenschaftliche Rockstar-Romanzen steht und für dramatische und gefühlvolle Liebesgeschichten 😊

Die schönste Nebensache der Welt

Ist »stil- und geschmackvolle Erotik« ein Merkmal all deiner bisherigen Romane?

Das hoffe ich doch sehr 😊 Mein Anliegen ist es, die schönste Nebensache der Welt so zu beschreiben, dass sie die Fantasie beflügelt, anregt und nicht billig oder gar schmuddelig rüberkommt. Dafür gibt es genug spezielle Literatur 😉

Was ist dir in deinen erotischen Szenen ganz besonders wichtig?

Die erotischen Szenen sollten ein ganz natürlicher Teil der Handlung sein und nicht bloß ihren Zweck erfüllen. Mir geht es mehr darum, der Leserin zu vermitteln, was in diesem Augenblick in den Protagonisten vorgeht, was sie fühlen, spüren und was sie bewegt. Die Erotik muss zu der Geschichte und zu den Figuren passen. Die Leidenschaft und die Intensität der Gefühle zwischen dem Liebespaar sollten authentisch und nicht aufgesetzt wirken.

Welchen Raum nimmt Musik in deinen Werken – und vielleicht auch in deinem Leben ein?

Einige meinen Protagonisten sind Musiker und Rockstars, und das ist kein Zufall. Die Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und eine große Inspirationsquelle, seit ich ein junges Mädchen bin. Ich bin ja selbst Musikerin gewesen, bevor ich mit dem Schreiben begonnen habe, und ich hatte viel mit Musikern zu tun. Musik ist für mich wie die Luft oder Nahrung – einfach notwendig. Ohne Musik wäre das Leben für mich bloß schwarz-weiß und irgendwie geruchsneutral 😊 Es gibt für jeden Augenblick, für jede Gelegenheit passende Musik dazu, sie macht alles einfach lebendiger und intensiver. Daher ist es für mich selbstverständlich, dass die Musik auch in meinen Werken eine Rolle spielt, direkt in der Handlung, oder bei mir selbst im Hintergrund.

Schreiben ist ein bisschen wie Musizieren

Wie gelingt es dir, Musik durch Sprache lebendig werden zu lassen?

Für mich ist Schreiben ein bisschen wie Musizieren – nur dass man statt mit den Noten mit Buchstaben arbeitet 😊 Die Sprache hat auch ihre Melodie und ihren Rhythmus, und mit geschriebenen Worten erzeugt man bestimmte Bilder und Stimmungen, genau wie mit der Musik. Und umgekehrt kann man mit Worten die Musik beschreiben, ihre Wirkung, die Gefühle, die sie in einem auslöst. Sie kann eine Szene im Buch besonders effektvoll untermalen und sie dadurch noch intensiver erscheinen lassen.

Auch Gefühle zu transportieren ist bei Liebesromanen im Allgemeinen und bei deinen Büchern ganz besonders entscheidend. Ich erinnere mich an Szenen in »Sommer in deinen Augen«, in denen mir die Tränen kamen, teils aus Rührung, teils aus Frust. Wie machst du das, so emotional zu schreiben?

Das ist ein sehr schönes Kompliment, vielen Dank! 😊 Wenn ich schreibe, bin ich teilweise selbst die Figur, die in der Geschichte etwas erzählt, spürt und tut. Oft schreibe ich auch über Gefühle und Situationen, die ich selbst erlebt habe. In jedem meiner Bücher steckt ein Teil von mir, in einigen mehr, in einigen weniger. Ich bin selbst ein sehr emotionaler Mensch, und ich benutze das Schreiben auch als eine Art Ventil oder Selbstreflektion.

Neue Projekte von Sara Belin

Du hast mir erzählt, dass du für die Zukunft auch einen etwas anspruchsvolleren Liebesroman planst. Kannst du über dieses und weitere Projekte schon ein klein wenig verraten, um die Leser und Leserinnen auf das Neue aus deiner Feder einzustimmen?

Ich habe vier angefangene Bücher, die darauf warten, zu Ende geschrieben zu werden, und ich muss irgendwann entscheiden, was zuerst kommt. Was für mich eine schwierige Aufgabe darstellt 😊

Ja, es ist auch eine Liebesnovelle dabei, die nicht besonders unterhaltsam sein wird, weil die Geschichte traurig und unglücklich ist. Wahrscheinlich muss ich mir für dieses Buch ein anderes Pseudonym zulegen, um meine treuen Leserinnen nicht zu verprellen 😊

Dann gibt es eine Fantasyromanze mit einem nichtmenschlichen Protagonisten (kein Vampir!), die zur Hälfte fertig ist, und auch die ersten Kapitel der Fortsetzung einer meinen beliebtesten Geschichten habe ich in der Schublade.

Zudem bin ich dabei, mich wieder in einen heißen Rockstar zu verlieben, der noch keinen Namen trägt, doch immer öfter in meinen Gedanken auftaucht und mich verführt …

Nach welchen Gesichtspunkten wählst du die Location für deine Romane aus? Haben sie eine besondere Bedeutung für dich?

Einige Geschichten spielen in Berlin, meiner Wahlheimat. Die Stadt an sich ist eine Inspirationsquelle für mich und es fällt mir leicht, meine Protagonisten in der vertrauten Umgebung zu begleiten. Ja, und es sind auch Ecken dabei, die für mich persönlich eine besondere Bedeutung haben. Sonst suche ich mir einfach Locations aus, die mir als geeignet und passend erscheinen.

Sara Belin im Internet

Liebe Sara, ganz herzlichen Dank für das Gespräch und deine offenen Antworten. Mir hat unser Buchgeplauder großen Spaß gemacht, dir hoffentlich auch. Ganz viel Erfolg wünsche ich dir für deine Werke, die bereits veröffentlichten und natürlich die, die in Zukunft noch kommen werden.

Verrätst du uns – gerne mit Link –, wo man dich im Internet findet?

Vielen lieben Dank! Ja, es hat mir viel Spaß gemacht, deine Fragen zu beantworten!

Man findet mehr über mich hier:

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Kommentare: 2
  • #1

    Farbenfreundin (Freitag, 28 Oktober 2016 08:53)

    Liebesromane, die in Berlin spielen... och, das wäre auch etwas für mich, wo Berlin doch eine meiner alten Heimatstädte ist. Ach, das wäre doch auch etwas für die Zeitschrift Separee... ein ganz heißes Eisen, auch aus Berlin!
    Hach, und solche Themen am frühen Morgen... schmunzel.

    Viele Grüße
    Bärbel

  • #2

    Kari (Freitag, 28 Oktober 2016 14:33)

    Liebe Bärbel,
    die Welt ist so bunt, und jeder Autor, jede Autorin ist einzigartig. Vielleicht kann ich hier auf meinem Blog einen Hauch dieser Vielfalt präsent werden lassen. Das wäre doch ein schönes Ziel. Zumindest in meinen Augen.