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Ein Pfund Inspiration bitte!

Alle Utensilien, um sich inspirieren zu lassen: Notizbuch, Postits und Stifte

Wer kreativ tätig ist, braucht Inspiration. Ideen, die einem »zufliegen«. Oder den berühmten »Musenkuss«. Irgendetwas, das die kreative Schaltzentrale im Hirn in Schwung bringt. Seit das Wiesbadener Netzwerk Ariadne, zu dessen Orga-Team ich gehöre, zu diesem Thema eine Blogparade ausgerufen hat, gehe ich mit diesem Thema schwanger. 😂 Im übertragenen Sinn natürlich.

Was also ist es, das mich inspiriert?

Während meines Sommerurlaubs an der Nordsee habe ich die Zeit genutzt, um in diese Frage einzutauchen. Und irgendwann stand die Antwort fest: Es ist das Leben. Das Leben selbst inspiriert mich. Das Leben in all seinen Facetten, und zwar genau so, wie ich es wahrnehme. Das Leben aus meiner Perspektive.

Inspiriert zu meiner Arbeit als Autorin werde ich dabei auf vielfältige Weise. Das können Erzählungen von Freunden sein, die in mir etwas zum Klingen bringen. Oder eine Zeitungsnotiz, die ich irgendwann einmal mit einem Blick gestreift habe, mitunter auch ein Nachrichtenschnipsel im Internet. Genauso können es aber auch Filme sein, die in mir über lange Zeit hinweg nachschwingen und dadurch eigene Bilder und Emotionen auslösen.

Wie ist es mit Büchern?

Werde ich durch Bücher, durch das Lesen von Literatur, die andere Autoren verfasst haben, inspiriert? Auch darüber habe ich nachgedacht, und die Antwort lautet Nein. Obwohl ich sehr viel lese, bringen Bücher mein »Inspirationsorgan« nicht zum Klingen. Ich tauche durch das Lesen in fremde Welten ein, lerne andere Personen kennen, aber sie gehen dann wieder, sobald ich das Buch zugeklappt habe. Bildlich gesprochen, denn ich schalte den E-Reader aus; bei mir wird nicht mehr auf Papier gelesen.

Was geschieht mit einer Inspiration?

Notizbuch und Stift auf einem Tisch
Mein Scannerbuch, angelegt nach den Anregungen von Barbara Sher

Wenn sie mir bewusst ist, dann notiere ich sie. Dafür nutze ich ausschließlich mein Scannerbuch (siehe links). Das ist ein großes Notizbuch, das ich nach den Vorgaben von Barbara Sher zum Aufzeichnen all der vielen Ideen nutze, die mir als Scannertyp regelmäßig durchs Hirn schießen und mich blockieren würden, wenn ich sie nicht irgendwo schriftlich niederlegen würde. Natürlich so, dass ich sie auch wiederfinde.

Die andere Möglichkeit ist, dass diese Trigger im Unterbewusstsein umherwabern. Das kann durchaus über Jahre hinweg sein, bis sie nach oben schnellen — und als Eingebung oder »Musenkuss« 😉 auftauchen. Dann aber sind sie ungeduldig und wollen jetzt sofort bearbeitet werden. In einem solchen Fall hilft auch das Scannerbuch nicht mehr. Da muss ich dann gleich die Story plotten, sprich den neuen Roman planen, um all die guten Ideen nicht zu verlieren.

Was konkret inspiriert mich?

Meist ist es eine Figur mit einem Schicksal. Sie wird in meiner Fantasie lebendig, bekommt Ecken und Kanten, Charakterzüge, Vorlieben und Macken. Ich beobachte sie eine Zeit lang. Irgendwann tauchen weitere Figuren auf, es kommt zu Konflikten zwischen ihnen; Träume, Wünsche und Ziele entwickeln sich. Manche scheitern, andere erfüllen sich.

Zusätzlich zur Inspiration von außen kommen bei mir dann noch die Eingebungen, die Botschaften »von oben«, hinzu. Schreiben ist für mich ein meditativer Akt. Ich öffne mich für das, was durch mich gesagt sein will bzw. soll. Das darf dann ebenfalls während des Schreibens in die Geschichte einfließen.

Und das Ergebnis?

Aus all diesen Quellen kommen die Ideen, die Inspirationen zusammen und münden letztlich in meine Bücher. Im Nachhinein geht es mir oft so, dass ich sehr erstaunt bin, was ich da eigentlich Wunderbares geschrieben habe. War das wirklich ich, der dieses Buch verfasst hat? Das bedeutet nicht, dass ich meine Romane nicht kritisch sähe (im Gegenteil: ich überarbeite auch bereits existierende Werke und publiziere sie neu). Meine Ehrfurcht bezieht sich auf den Inhalt, die Botschaften, die Weisheit und die Liebe zwischen den Zeilen. Diese Metaebene berührt mich selbst immer wieder, wenn ich sie auf mich wirken lasse. Und genau das ist es, was Inspiration für mich ausmacht und wofür ich unendlich dankbar bin.

Wie siehst Du das Thema? Was bedeutet für Dich »Inspiration«? Ich freue mich auf Deine Gedanken in den Kommentaren zu diesem Blogbeitrag.

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Kommentare: 4
  • #1

    Farbenfreundin (Freitag, 16 September 2016 12:17)

    Liebe Kari Lessir, schon den letzten Beitrag über Deine Inspirationsquellen habe ich verschlungen und auch jetzt bin ich neugierig gewesen. Ein tolles Thema! Auch die Teilnahme an der Blogparade interessiert mich und ich hatte mich schon gedanklich damit beschäftigt. Nun aber nochmal ganz konkret die Frage: Wer wird denn angesprochen, wenn ihr "Kulturschaffende" meint? Ist ein Autor Kulturschaffender und ein Blogger nicht? Und was ist mit dem Designer? Ist der dann Dienstleister, Freiberufler, Künstler... oder ist er auch Kulturschaffender? Naja, ich schreib meinen Beitrag, so oder so. Und weil ich zusammen mit Wiesbaden-Marketing auch einen Beitrag zur digitalen Vielfalt in Wiesbaden beitrage, fühle ich mich einfach mal als Teil der Kulturschaffenden :-)
    Oder?
    Viele Grüße, Bärbel aka Farbenfreundin

  • #2

    Kari Lessir (Freitag, 16 September 2016 13:52)

    Liebe Bärbel,

    nach Definition des Netzwerks Ariadne ist ein Blogger nicht per se ein »Kulturschaffender«. Es kommt auf den Inhalt seiner Blogbeiträge an. Bloggt man über die Automobilindustrie, Marketing oder Straßenbau, hat das nichts mit Kultur zu tun. Ein »kulturschaffender« Blogger beschäftigt sich mit Themen, die in den Bereich »Kultur« fallen, also Musik, Malerei, Gestaltung, Design, Architektur, Theater, Tanz, Literatur und neunundneunzig Dinge mehr. Vielleicht kann man das so sagen, dass das die Themen sind, die ins Feuilleton-Ressort einer Zeitung gehören.
    Auf deinem Blog kommt das aber doch auch vor?! Also nicht verzagen, Beitrag schreiben und auf dem Ariadne-Blog verlinken.

  • #3

    Farbenfreundin (Samstag, 22 Oktober 2016 09:53)

    Was lange währt... kurz vor Abgabeschluss ist mein Beitrag auch endlich fertig und veröffentlicht. Nun bin ich aber gespannt, wie es weiter geht!
    Danke Dir für die Einladung zur Teilnahme und viele Grüße
    Bärbel aka Farbenfreundin

  • #4

    Kari (Samstag, 22 Oktober 2016 15:30)

    Super! Vielen Dank. Schau ich doch gleich mal vorbei.