Fitness für Schreibtischtäter

Blick auf einen Schreibtisch mit Computer, Tastatur, Maus, Notizbuch, Brille und Tasse. Foto von pixabay.com
Foto: pixabay.com

Wer beugt sich den ganzen Tag über den Schreibtisch, bewegt sich kaum und sitzt sich den Hintern platt? Nein, die Berufsgruppe, an die Du gerade denkst, meine ich nicht. 😀 Ich spiele auf Vertreter meiner Art an: auf Autoren und Autorinnen. Zumindest ich bin ein klassisches Beispiel für eine Autorin, die überwiegend am Schreibtisch arbeitet. Recherchieren, Planen, Konzipieren, Entwerfen, Schreiben und schließlich Überarbeiten.

Alle diese Tätigkeiten finden im Sitzen statt. Doch das ist erst der Anfang. Hinzukommen nach Veröffentlichung eines Buches noch Marketingaktivitäten, die ich — Du ahnst es bereits — natürlich ebenfalls am Schreibtisch erledige. Die Frage, der ich in diesem Blogbeitrag unter der neuen Rubrik #Autorenleben nachgehe, lautet daher: Wie bleibt man bei derart häufigem Sitzen fit?

Bewegung ist die Basis

Das A und O ist in meinen Augen Bewegung. Ziemlich profan, aber wahr. Ohne Bewegung keine Fitness. Und ohne körperliche Fitness keine geistige Beweglichkeit. Nur, wie baue ich sie in meinen Alltag ein? Schließlich lebe und arbeite ich an ein und demselben Ort. Ich habe keinen Weg zur Arbeit, zumindest keinen weiten. Eine Treppe hoch und ich bin unterm Dach, wo mein Schreibtisch steht.

1. Das Auto bleibt in der Garage

Wenn mein Arbeitsplatz schon innerhalb der eigenen vier Wände liegt, versuche ich wenigstens, alle anderen Erledigungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu machen. Die zwei Kilometer in die Stadt laufe ich. Und wenn ich weiß, dass ich viel zu transportieren habe, nehme ich entweder einen Rucksack — oder das Rad mit den großen Gepäcktaschen.

2. Walking als zusätzliches Goodie

Wenn das immer noch nicht reicht, um mein Fitnessarmband zufriedenzustellen 😅, drehe ich zusätzlich eine flotte Extrarunde zum Wald, neudeutsch »Walking« genannt. Danach habe ich meine täglichen Schritte in der Regel zusammen.

3. Auf ins Fitnessstudio

Außerdem schwinge ich mich zwei Mal die Woche ins Fitnessstudio. Damit erklärt sich auch — zumindest ansatzweise — mein praktisches Wissen über die Abläufe und Vorgänge in einem Studio, was ich in der Seelenreise-Reihe breit ausrolle. Aber das nur am Rande. Hier geht es ja um meine Fitness.

Nicht alles muss im Sitzen erledigt werden

Außerdem versuche ich, meinen Arbeitsalltag so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Was im Sitzen gemacht werden muss, weil es nicht anders geht, erledige ich natürlich von einem Stuhl aus. Aber dann gibt es Tätigkeiten, die  ich gut im Stehen tun kann, z.B. mein morgendliches Schreibpensum. So merkwürdig es klingt, ich schreibe oft stehend in der Küche, weil die Arbeitsplatte genau die richtige Höhe für mein Notebook hat. Diese Haltung hat bei mir den Vorteil, dass ich mich deutlich besser konzentrieren kann und wesentlich schneller zu Potte komme. Warum, ist ganz einfach: nach dreißig, vierzig Minuten auf den harten Küchenfließen tun mir die Füße weh und ich beeile mich, die Szene zügig abzuschließen … Danach gestatte ich mir nämlich, im Sitzen weiterzuarbeiten. 😉
Planen und Entwerfen neuer Szenen mache ich oft auf meinen Walkingrunden durch den Wald. Damit mir nichts durch die Lappen geht, nutze ich dabei die Diktierfunktion meines Handys. Alle Gedanken und Ideen spreche ich unterwegs auf und übertrage sie hinterher nur noch ins Schreibprogramm. (Nein, ich arbeite nicht mit Word. Wenn dich meine Arbeitsweise interessiert, hinterlasse mir einen Kommentar. Dann mache ich dazu gerne einen extra Blogbeitrag.)

Auch die Ernährung steht auf dem Prüfstand

Für meine persönliche Fitness habe ich inzwischen eine weitere Säule ausgemacht: gesunde Ernährung. Viele Jahre konnte ich essen, worauf ich gerade Lust hatte, ohne dass das nennenswerte Konsequenzen hatte. Du ahnst, wohin die Reise geht: In den letzten Jahren hat sich das deutlich verändert. Ich musste mich entscheiden, ob ich in Zukunft durchs Leben rollen oder durchs Leben klappern will, wie man in meiner Familie so anschaulich sagt. Nach langem In-mich-hinein-Spüren habe ich mich schließlich dafür entschieden, meine Ernährung an die neuen körperlichen Gegebenheiten anzupassen. Und so habe ich nun auch eine ausgewogene Ernährung in mein Fitnessprogramm aufgenommen.
Konkret bedeutet das, dass ich weiterhin alles esse, worauf ich Lust habe, aber in deutlich kleineren Mengen und in einer sinnvollen Mischung: viel Gemüse, nicht ganz so viel Obst, Vollkornprodukte, wenig Fett und gar keine Fertigprodukte mehr. Klar kostet es deutlich mehr Zeit, frische Produkte zu verarbeiten, anstatt schnell eine Pizza in den Backofen zu schieben oder gar beim Lieferservice zu bestellen. Vom häufigeren Einkaufen will ich gar nicht reden. Aber ich für meinen Teil habe festgestellt, dass es mir deutlich besser geht, wenn ich die körperliche, »sportliche« Fitness noch um eine ausgewogene Ernährung ergänze.

Mein persönliches Highlight ...

... in Sachen »Fitness für Schreibtischtäter« war der 10. Charitylauf der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Wiesbaden am vergangenen Wochenende. Ich hätte es nicht gedacht, aber es ist noch mal was vollkommen anderes, ob man einfach so vor sich hin walkt oder in einem Team aus über fünfzig Leuten auf die Strecke geht. Davon abgesehen, dass es wahnsinnig heiß und schwül gewesen ist, sodass ich nach dem Lauf mit einer knallroten Birne gesegnet war. Nein, das war kein Sonnenbrand; ich hatte mich nämlich komplett mit Sunblocker versorgt. Es war die Mischung aus Hitze und körperlicher Anstrengung, die man mir IMMER ansieht, weil ich eine sehr helle Haut habe.

Mein Dank geht hier übrigens an den Team-Coach Sascha Demmrich, der es geschafft hat, einen bunten Haufen unterschiedlichster Menschen im Alter zwischen sechs und siebzig (!!) Jahren zum Teilnehmen und Durchhalten zu bewegen. Cool, oder?

An Sascha erinnerst Du Dich vielleicht noch als meinen Lesungspartner bei der Premierenlesung von »Liebe auf Schamanisch« auf Burg Kronberg im Oktober 2015.

Machst Du etwas für Deine Fitness?

Wie sehen Deine Erfahrungen in Sachen Fitness aus? Machst Du etwas in dieser Richtung oder gehörst Du zu den Glücklichen, denen gesunde Gene in die Wiege gelegt wurden? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Blogartikel.

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Sascha Demmrich (Sonntag, 12 Juni 2016 12:02)

    Trefflich wird in diesem Blog von einer lieben Bekannten und Autorin der Alltag der Menschen, die im Tagesgeschäft mit einer sitzenden Tätigkeit "gesegnet" sind zusammengefasst. Toller Artikel und schön dass Du in meinem 50 köpfige Team dabei warst, HIER gibt's ständig Infos über weitere Sportevents, Rezepte und meine Trainings: https://www.facebook.com/sascha.demmrich

  • #2

    Kari (Sonntag, 12 Juni 2016 16:21)

    Danke, Sascha, für den Kommentar

  • #3

    Martina Bauer (Mittwoch, 15 Juni 2016 06:25)

    Gesunde Gene habe ich zwar, aber für meine Fitness muss ich trotzdem etwas tun. Ich gehe ein- bis zweimal wöchentlich ins Fitness-Studio, dazu gelegentlich Schwimmen und Radfahren, im Sommer wird auch mal gejoggt oder durch den nahen Pfälzerwald gewandert. Gerade als Ausgleich zur Autorentätigkeit halte ich Bewegung für unverzichtbar. Letztendlich kommt es meinen Geschichten zugute, denn ich bekomme beim Sport einen freien Kopf für neue Ideen, und nicht selten fiel mir während einer sportlichen Tätigkeit eine Lösung für kleinere Logiklücken ein.
    Übrigens kann man auf dem Cross-Trainer hervorragend Korrekturlesen. Und mein Favorit ist die Sauna. Da gehe ich hin, wenn ich in einer Geschichte festhänge und nicht weiterkomme. Das Schwitzen scheint meinen Geist zu befreien, und oftmals komme ich mit neuen Ideen nach Hause.

  • #4

    Kari (Mittwoch, 15 Juni 2016 13:18)

    Die Idee mit dem Crosstrainer, liebe Martina, ist mir noch gar nicht gekommen. Aber du hast vollkommen recht: Warum nicht mal eine eigene Druckfahne - als E-Book konvertiert - mit zum Sport nehmen?
    Das mache ich beim nächsten Mal!
    Danke für die Anregung