Die Magie der Dankbarkeit

Schwungvoll geschriebenes Danke über eine Kladde
Foto: Constantin Stanciu/Shutterstock.com

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass mir meine Eltern von klein auf eingebläut haben, »Danke« zu sagen. Natürlich habe ich bei meinem Kind das gleiche getan; das ist ein Akt der Höflichkeit, genau wie einander zu grüßen, wenn man sich trifft, und »Auf Wiedersehen« zu sagen, wenn man auseinander geht. »Wo aber bleibt da die Magie der Dankbarkeit?«, fragst Du vollkommen zu recht.

Ganz ehrlich? Nirgends. In diesem gesellschaftlich antrainierten »Danke«, wenn die Tante ein Geschenk überreicht hat oder die Oma zehn Euro fürs gute Zeugnis hat rüberwachsen lassen, stecken Null Magie und Null Kraft.

Um die Magie der Dankbarkeit wirklich zu entzünden, dafür bedarf es schon ein wenig mehr. Zunächst einmal ein Bewusstsein für die Wirkweise unseres Universums. In meinem letzten Blogbeitrag über das »Geben und Nehmen« habe ich es bereits angesprochen: Alles ist Energie, und Energie will fließen, doch dafür bedarf es eines Kreislaufs aus Hin und Zurück, Auf und Ab, An und Aus usw.

Jetzt kommt die Dankbarkeit ins Spiel

Der Turbo für diesen Kreislauf ist dabei Dankbarkeit. Aber nicht die von den Eltern antrainierte, sondern die wirklich von Herzen kommende, absolut ehrlich gemeinte Dankbarkeit. Sie öffnet Schleusen und bringt mehr von dem, wofür man dankbar ist. Die Energie selbst fließt ja bereits dorthin, wohin ich meine Aufmerksamkeit richte. Ganz banales Beispiel, das Du bestimmt auch kennst: Du fährst mit dem Auto geradeaus, schaust aber zur Seite. Wohin fährt der Wagen? Noch nicht ausprobiert? Ich schon. Unfreiwillig.

Zurück zur Dankbarkeit: Wenn ich den durch meine Aufmerksamkeit geförderten Energiefluss jetzt noch mit Dankbarkeit »dünge«, dann bekomme ich noch mehr von dem, was ich mir so sehr wünsche.

Der Wendepunkt in meinem Leben

Seit Anfang 2015 praktiziere ich diese bewusste Dankbarkeit in meinem Leben. Damals hat mir mein Friseur zum wiederholten Mal das Buch »The Magic« von Rhonda Byrne ans Herz gelegt. Darüber habe ich schon mal in einem früheren Blogbeitrag geschrieben. Rhonda Byrne schildert ausführlich die Wirkungsweise echter von Herzen kommender Dankbarkeit und hat einen Vier-Wochen-Kurs entwickelt, um deren Magie in allen Bereichen des Lebens zu aktivieren.

Ich habe diesen Kurs damals durchgezogen und schon ziemlich schnell bemerkt, dass sich in meinem Alltag viel verändert. Heute, nach über einem Jahr, kann ich überglücklich gestehen, dass mein Leben seitdem eine ganz andere Qualität hat. Die Dinge fließen, beruflich wie privat. Mein Kampfschwert, mit dem ich zuvor über vierzig Jahre durchs Leben gezogen bin, habe ich eingemottet, denn mit Dankbarkeit ist es so viel leichter und schöner, das zu erhalten, was ich benötige und mir wünsche.

Was heißt das nun konkret?

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, mich abends vor dem Schlafen Gehen ganz bewusst auf die Dinge zu konzentrieren, die mich während des Tages glücklich gemacht haben. Und wenn es nur eine winzige Kleinigkeit gewesen ist. Meistens sind es aber fünf, zehn oder gar fünfzehn Punkte, die mir einfallen:

  1. Danke, danke, danke für den wundervollen belebenden Spaziergang.
  2. Danke, danke, danke für das inspirierende Telefonat mit meiner Freundin.
  3. Danke, danke, danke für die guten Buchverkäufe.
  4. Danke, danke, danke für die wundervolle Rückmeldung zu »Liebe auf Schamanisch« über Facebook.
  5. Danke, danke, danke für das schnelle Bezahlen meiner Rechnung.
  6. ...
  7. ...

Ich spreche alle Dankesworte laut aus und gebe mich ganz dem Glücksgefühl hin, dass bei jedem einzelnen Punkt aufs Neue in meinem Herzen erblüht und immer größer und strahlender wird. Dass ich danach mit einem Lächeln im Gesicht einschlafe, wird Dich nicht verwundern. Das bedeutet allerdings auch, dass ich dieses Dankbarkeitsritual wirklich als Letztes mache, bevor ich mich zur Ruhe begebe. Alles andere, sogar das abendliche Lesen, kommt davor.

Auch im täglichen Miteinander nutze ich eine Anregung von Rhonda Byrne: Wenn ich jemandem »Danke« sage, sei es der Kassiererin fürs Wechselgeld, dem Busfahrer fürs Ticket oder dem Paketzusteller fürs Ausliefern meiner Bestellung, dann nuschle ich mein »Danke« nicht mehr in meinen imaginären Bart, sondern sage es ganz bewusst mit direktem Blickkontakt und einem Lächeln im Gesicht. Damit der andere ganz deutlich spürt, dass ich genau ihn meine und meine Worte absolut ehrlich sind.

Wozu all die Mühe?

Ganz einfach: Die Energie fließt dorthin, wohin ich meine Aufmerksamkeit richte. Du erinnerst Dich? Wenn ich also ständig nur über all das Schlechte in meinem Leben jammere, weil ich kein Geld habe, die Arbeit schrecklich ist, die Kollegen mich mobben, mein Partner ein ignoranter Idiot ist, dann serviert mir das Leben immer mehr von dieser Sorte. Ich will es ja so, sonst würde ich nicht ständig daran denken. Und genau dorthin fließt die Energie. Ob das Objekt der Aufmerksamkeit positiv oder negativ ist, ist der Energie gleichgültig. Sie will nur eines: fließen. Und das tut sie, so oder so.

Wie wäre es mit einem Selbstversuch?

Herz aus Gänseblümchen auf einem Baumstumpf
Foto: pixabay.com

Wenn Du aus dem Jammertal aussteigen möchtest, mach mal einen Selbstversuch: Richte Deine Aufmerksamkeit eine Woche lang auf einen einzigen Aspekt deines Lebens und sieh bei diesem Aspekt mit voller Absicht nur das Positive. Dafür dankst Du ganz bewusst, am besten morgens und abends. Das erhöht die Wirkung.

Nehmen wir als Beispiel die Partnerschaft. Statt den eigenen Partner zu kritisieren und ständig das zu betonen, was er alles liegen lässt, vergisst oder in unseren Augen schlecht macht, starte damit, eine Woche lang nur das Gute zu sehen — und ihm oder ihr dafür zu danken. Also nicht meckern, dass er oder sie die Spülmaschine nicht so eingeräumt hat, wie Du das gerne hättest, sondern vielmehr: »Danke schön, dass du die Spülmaschine eingeräumt hast.« Und sieh ihm oder ihr dabei wirklich bewusst in die Augen!

Zusätzlich dankst du morgens und abends nur vor Dir selbst für jeweils fünf gute Eigenschaften oder Fähigkeiten Deines Partners oder Deiner Partnerin. Geh dafür ohne ihn oder sie an einen stillen Ort, an dem Dich niemand stört. Du sollst ihm oder ihr auch nicht sagen, was Du da tust. Warum, erkläre ich Dir gleich.

Also zuerst einmal:

  1. Danke, danke, danke, dass mein Partner/meine Partnerin all die Jahre an meiner Seite steht.
  2. Danke, danke, danke, dass mein Partner/meine Partnerin immer so unglaublich routiniert die Steuererklärung macht.
  3. ...
  4. ...
  5. ...

Auf die negative Ergänzung, dass er oder sie Dich trotzdem nervt oder das Finanzamt trotzdem von Dir eine Nachzahlung eingefordert hat, verzichtest Du bitte.

Du siehst eine Woche lang nur all die positiven Eigenschaften und Fähigkeiten. Dass er oder sie keine hat, glaube ich Dir nicht. Denn irgendwann wirst Du ihn oder sie geliebt haben. Dann nimm die Punkte, die Dich damals haben strahlen lassen — zumindest für den Anfang.

So, und jetzt kommt der Clou: Nach einer Woche Dankbarkeits-Diät wird sich das Klima in Deiner Beziehung massiv verbessert haben. Jede Wette! Das ist allerdings eine Null-Diät in puncto Negativität. Sobald Dir ein schlechtes Wort, ein mieser Kommentar über die Lippen kommt, verlängert sich die Woche um jeweils einen Tag. Null-Diäten sind so strikt …

Und Du solltest Deinem Partner oder Deiner Partnerin nichts von Deinem Selbstversuch sagen, damit Du die Wirkung ohne sein oder ihr bewusstes Zutun beobachten kannst.

In diesem Sinne:

Probier es einfach aus

Natürlich kannst Du auch einen anderen Aspekt Deines Lebens aufgreifen, etwa Deine Eltern, Freunde, Deinen Job oder das liebe Geld. »Dankbarkeit« beflügelt jedes Thema, das Dir am Herzen liegt. Ich verspreche Dir, dass sich Dein Leben in jedem Fall zu wandeln beginnen wird. Meines hat sich auf alle Fälle verändert, seitdem ich ganz bewusst für alle Dinge in meinem Leben dankbar bin. Ich nehme nichts mehr als gegeben hin, sondern lasse mein Herz in Dankbarkeit erblühen. Jeden Abend vor dem Schlafen Gehen und immer dann während des Tages, wenn mir etwas Gutes widerfährt. Und davon gibt es Vieles, das kann ich Dir versichern.

Ich wünsche Dir den Mut, die Magie der Dankbarkeit erfahren zu wollen. Entweder mit meinem Selbstversuch oder gleich mit Rhonda Byrnes Buch »The Magic« (Link zu Amazon). Vielleicht magst Du mir davon später einmal in einem Kommentar zu diesem Beitrag erzählen.

Übrigens: diesen Blogbeitrag haben meine Newsletter-Abonnenten bereits Ende vergangenen Monats lesen können.

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Kommentare: 6
  • #1

    Farbenfreundin (Freitag, 29 April 2016 08:28)

    Schönes Thema! Interessanterweise hatte ich gerade über Dankbarkeit auch auf Facebook gelesen, denn eine befreundete Stilberaterin aus Darmstadt bietet ein Seminar zum Thema Dankbarkeit an...

    Danke für die Inspiration!

  • #2

    Kari (Freitag, 29 April 2016 08:42)

    Manchmal passen die Dinge einfach auf wundersame Weise zusammen. Synchronizität eben. Ich wünsche Dir auf alle Fälle ganz viele Ergebnisse mit der Dankbarkeit, denn es geht so einfach und ist so leicht ...

    Lieben Gruß,
    Kari

  • #3

    Claudia Dieterle (Montag, 16 Mai 2016 13:00)

    Hallo Kari,

    Dankbarkeit finde ich auch ein sehr wichtiges Thema. Ich überlege mir jeden Abend, worüber ich mich freuen bzw. wofür ich dankbar sein kann. Mit Dankbarkeit wird der Blickwinkel auf die positiven und nicht auf die negativen Dinge gerichtet.

    Viele Grüße und noch einen schönen Pfingstmontag,
    Claudia

  • #4

    Kari (Montag, 16 Mai 2016 18:48)

    Hallo Claudia,

    wie schön! Genau so mache ich es auch - und habe festgestellt, dass ich mich seitdem wesentlich ausgeglichener und glücklicher fühle.
    Danke für Deinen Kommentar.

    Viele Grüße,
    Kari

  • #5

    Leonie Walter (Donnerstag, 26 Mai 2016 10:17)

    Liebe Kari,
    gefällt mir sehr gut, Dein Blogbeitrag. Danke dafür, das ist ein guter Reminder, auch an diesem Thema dranzubleiben!

    Lieben Gruß
    Leonie

  • #6

    Kari (Donnerstag, 26 Mai 2016)

    Liebe Leonie,

    freut mich, dass Dich der Blogbeitrag erreicht hat und an das Thema »Dankbarkeit« auch in Deinem Leben erinnert. Ich wünsche Dir dadurch viel »Flow« in Deinem Leben!

    Herzliche Grüße,
    Kari