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Fazit zur #BesteFreundinnen-Blogparade

Foto: pixabay.com
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Als ich Anfang November zur Blogparade »Brauchen Frauen eine beste Freundin?« ausgerufen habe, ahnte ich noch nicht, worauf ich mich damit einließ. Ich ging von einer Fülle von Beiträgen aus und erhoffte mir verschiedene, für mich neue Aspekte zum Thema. Die Realität sah anders aus, war aber nicht minder spannend.

Spontane Reaktionen auf Facebook und Twitter waren schnell da und lassen sich mit einem begeisterten JA zusammenfassen. Ja, Frauen brauchen eine beste Freundin, doch wozu darüber noch extra etwas schreiben? Das ist einfach so. Ohne eine beste Freundin ist unser Leben nicht das, was es mit ihr ist.

Kurzum: Meine Frage kam mir erstmal ziemlich banal vor.

Aus dem Banalen zum Konkreten

Zumindest erschien es mir im ersten Moment so. Dann geriet ich mit einer Leserin in ein Wechselgespräch, das mir deutlich machte, ganz so klar und banal ist das Thema doch nicht. Frauenfreundschaften sind unglaublich emotional. Sie gehen an unser Innerstes, an unsere Substanz. Wenn da eine Verletzung vorliegt, dann tut das un-END-lich weh. Bis das geheilt ist, kann das dauern. Und bis dahin reagieren wir auf das Thema wie ein verletztes Tier, das wir ja auch ganz tief im Inneren sind.

Auch ich habe auf diesen Kontakt hin noch mal nach Innen geschaut und nach meinen eigenen Verletzungen gesehen, die mir diese Leserin gespiegelt hat. Das war gut so, denn meine eigenen seelischen Wunden wollten trotz des langen Abstands noch einmal gesehen und erneut geheilt werden. Versteht, mich nicht falsch. Ich habe das schon oft getan, aber jedes Mal kam ein neuer Aspekt an die Oberfläche, dem ich erneut meine Aufmerksamkeit schenken durfte. Sonst wäre ich definitiv am Auseinanderbrechen dieser einen ganz besonderen Frauenfreundschaft kaputt gegangen.

Jetzt kam Bewegung in die Sache

Sobald ich mit meinem Thema durch war, konnte sich auch im Außen wieder was bewegen. Und so trudelten zwei wunderschöne Blogbeiträge zu meiner Blogparade ein, die ich Euch hier vorstellen möchte:

  1. Dani von Glucke und so hat mich mit ihrem Beitrag wirklich zum Nachdenken gebracht. Sie vergleicht eine solche innige Frauenfreundschaft mit einer Zugfahrt: Man geht ein Stück des Weges gemeinsam, und dann — irgendwann — trennen sich die Wege. Das ist normal und kein Grund zum Verzweifeln.
  2. Bärbel von farbenfreundin ist das Thema wieder ganz anders angegangen: Sie fragt sich, warum die beste Freundin nicht eigentlich ein Mann sein kann? Und was Männer- und Frauenfreundschaften voneinander unterscheidet? Wirklich tolle Gedanken, die darin münden, dass sie sich wünscht: »Lasst uns die Frauenfreundschaften beleben!«

Das kann ich nur unterstreichen.

Aus der Nähe zur Distanz

Insgesamt betrachtet, ist das Thema #BesteFreundinnen für uns Frauen sehr emotional. Teilweise ist es so stark mit Gefühlen besetzt, dass wir darüber nicht in Ruhe miteinander sprechen können. Genau deswegen halte ich es für enorm wichtig, immer mal wieder einen Schritt zurückzutreten und danach zu schauen, wo mich meine Emotionen daran hindern, die Hintergründe und Ursachen von Verwicklungen zu erkennen. Erst dann lassen sie sich anschließend auflösen.

Genau das wird auch an den bevorstehenden Weihnachtstagen für viele von uns ein heißes Eisen bei den diversen Familientreffen sein. In diesem Sinne wünsche ich Euch eine besinnliche und ruhige Advents- und Weihnachtszeit.

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Kommentare: 2
  • #1

    Farbenfreundin (Montag, 14 Dezember 2015 12:12)

    Oh ja, die Emotionalität... ich bin froh, mit den Jahren eine größere Klarheit bekommen habe und die Beziehungen mit Distanz betrachten kann. Das war für mich sehr heilsam.
    Es wäre interessant gewesen, wenn noch mehr Blogger teilgenommen hätten, schade, denn das Thema ist schon sehr interessant. Wie man ja auch an den Medien sieht: Die Zeitschrift Barbara und das Magazin Edition F haben zufällig derzeit dasselbe Thema auf dem Titel.
    Dir Danke ich sehr, dass Du die Blogparade angeregt hast und genau - passend zur Weihnachtszeit...

  • #2

    Kari (Montag, 14 Dezember 2015 19:23)

    Liebe Farbenfreundin,

    Danke für den Feedback. Natürlich ist es schade, wenn einem Aufrug zur Blogparade nicht so viele Blogger folgen. Am Thema hat es jedenfalls nicht gelegen, sonst hätten ja nicht andere Seiten, Magazine, um genauer zu sein, ebenfalls das Thema »Beste Freundin« aufgegriffen. Ich denke, dass ich das Thema nicht provokant genug präsentiert habe. Denn auf die Frage »Brauchen Frauen eine beste Freundin?« konnte man ganz einfach mit JA antworten und zur Tagesordnung übergehen. Das nächste mal also etwas »kantiger«.
    Auf der anderen Seite waren das Thema und die Reflektion darüber für mich persönlich wichtig, um ebenfalls - genau wie du schreibst - aus der Emotionalität noch mehr in die Distanz und damit in die Heilung zu kommen. Und das war gut so.
    Insofern bin ich damit versöhnt, wie sich die Blogparade entwickelt hat.

    Liebe Grüße, Kari