[Blogparade] Wie liest Du E-Books?

Foto: © shandrus/Shutterstock.com
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Noch bis Mitte Dezember läuft die Blogparade von Ann-Bettina Schmitz über das Lesen von E-Books, die sie auf ihrem Blog ABS-Lese-Ecke ausgerufen hat. Mich hat das Thema spontan angesprochen, weil ich E-Books liebe. Und so habe ich ebenso spontan beschlossen teilzunehmen.

Als Autorin lese ich sehr viel. Bücher sind mein Handwerkszeug. Ich schaue gerne über den Tellerrand, um zu sehen, wie andere Autoren schreiben, wie sie ihre Leser_innen fesseln, wie sie mit der Dramaturgie, den Themen, Figuren und den Botschaften zwischen den Zeilen umgehen. Früher habe ich dazu Papierbücher »inhaliert«, heute sind es E-Books.

Auch mit dem Reader muss es gemütlich sein

An diese Form des Buchs habe ich mich selbst vor einigen Jahren zaghaft herangetastet — als ich nach einem Umzug schlicht und einfach deutlich weniger Platz für meine Bibliothek übrig hatte. Ein erster E-Reader kam ins Haus — damals noch mit ansteckbarer Lampe, um auch bei schlechten Lichtverhältnissen vernünftig lesen zu können. Inzwischen habe ich einen Reader mit Hintergrundbeleuchtung, sodass ich sogar nachts im Dunkeln im Bett schmökern kann. Und das tue ich mit großer Leidenschaft. Es gibt für mich keinen schöneren Leseplatz, als mich gemütlich einzumummeln, das Licht zu dimmen und mich in eine Geschichte zu versenken — wahlweise im Bett oder auf meinem Lesesessel.

Gelegentlich lese ich E-Books auch auf meinem Smartphone, wenn es das Buch nicht über den Onlinehändler meines Vertrauens gibt. Auch das ist in Ordnung, aber die perfekte Kombination aus gestochen scharfer Schrift, angenehmer Beleuchtung, Handlichkeit und ausreichender Stromkapazität habe ich einzig und allein auf dem Reader. Er bleibt mein Favorit und begleitet mich zu Hause, auf Reisen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Der E-Book-Reader ist für mich die perfekte Kombination aus Lesefreundlichkeit und Handlichkeit. [click & tweet]

Entscheidend ist für mich die Leseprobe

Da ich E-Books als Autorin vorwiegend aus beruflichen Gründen lese, habe ich immer eine Reihe von Buchblogs abonniert und stöbere bei meinem Online-Buchhändler. Klar fällt mir das Cover als erstes auf, doch es verführt mich vorerst nur zum Hineinlesen in die Buchbeschreibung und die Leserstimmen bzw. in die Rezension auf dem Blog. Was ich dort zum Buch erfahre, bringt mich dann zur Leseprobe, und wenn die meinen Vorstellungen entspricht, kaufe ich das E-Book. Dabei ist es für mich nebensächlich, ob das Buch von einem Selfpublisher oder von einem Verlagsautor stammt. Wenn die Leseprobe gut formuliert und auch handwerklich gut gemacht ist, dann wandert das E-Book auf meinen Reader. Allerdings NUR dann. Das Cover ist also in meinem Fall der »Eyecatcher«, der meine Aufmerksamkeit weckt, aber den letzten Anstoß, um auf den Kaufen-Button zu klicken, gibt die Leseprobe.

Bücher zu lesen ist für mich fast schon intim

Bislang habe ich E-Books immer gekauft. So wie ein gedrucktes Buch möchte ich auch seinen elektronischen Bruder in meiner »Bibliothek« haben. Ich finde es immer sehr bedauerlich, wenn ich ein geliehenes E-Book zurückgeben muss; denn ich mag es, immer mal wieder in Bücher hineinzulesen, deren Sprache, Stil und Handlung mir vor einiger Zeit gefallen haben. Bei einem geliehenen Buch bleibt mir das verwehrt. Insofern bin ich kein Freund von Flatrates oder Onleihen, obgleich ich meine eigenen Bücher darüber anbiete. Schließlich hat jeder Mensch andere (Lese-)Vorlieben.

Bücher will ich in meinem Besitz haben. Ich will immer wieder in ihnen blättern und lesen können. [click & tweet]

Auch meine Papierbücher habe ich immer gekauft, weil mich der Gedanke, dass zahlreiche andere Personen bereits vor mir ein Buch in den Händen gehabt haben, geschüttelt hat. Ich gehe mit einem Buch eine fast schon intime Beziehung ein; ich verbinde mich über die Figuren mit dem_r Autor_in. Da muss das Buch wirklich mir gehören (wobei ich bei E-Books ja nur das Nutzungsrecht kaufe, aber wenigstens kann ich es dann so oft lesen, wie ich will).

Beim E-Book-Preis habe ich eine Obergrenze

E-Books haben es mir ermöglicht, für meinen Lesespaß deutlich weniger Geld hinzublättern, als ich das in Zeiten des Papierbuchs getan habe. Gerade deswegen bin ich nicht bereit, unbegrenzt für ein E-Book auszugeben. Ab 10 Euro fange ich an zu suchen, ob es das Buch nicht doch als Papierausgabe in gebraucht gibt. Dann überwinde ich eben meine Abneigung gegen »fremde Hände an meinem Buch«. Aber bis 9,99 Euro schlage ich durchaus ohne Zögern zu.

Dabei bin ich mir als Autorin durchaus bewusst, dass im E-Book genau die gleiche Arbeit wie in der Papierausgabe steckt: Der Autor hat recherchiert, geschrieben, überarbeitet; das Manuskript wurde lektoriert, korrigiert, gesetzt und das Endprodukt vermarktet. Nur der Prozess des Druckens und der Lagerung fallen beim E-Book weg. Dennoch ist es nur ein Datenbestand, der mir zur Nutzung zur Verfügung steht. Ich kann das E-Book nicht weitergeben, nicht gebraucht verkaufen und auch nicht verleihen. Deswegen die Schmerzgrenze bei 10 Euro, während ich bei Papierbüchern anders denke.

Ich hätte da noch einen Wunsch

Wenn man nach einem E-Book-Kauf günstiger die Papierausgabe bekäme, oder im Preis der Papierausgabe auch eine günstigere Version des E-Books enthalten wäre, fände ich das eine — für mich — perfekte Kombination.

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Kommentare: 4
  • #1

    Ann-Bettina (Mittwoch, 18 November 2015 15:31)

    Hallo Kari,
    die Kombination Papierbuch mit zugehörigem eBook wird doch schon ab und zu angeboten. Anders herum habe ich es aber auch noch nicht gesehen. Wäre aber wirklich eine gute Idee: Man kauft erst das günstigere eBook und wenn einem das Buch sehr gut gefällt, holt man sich die reduzierte Papierausgabe. Dafür könnte ich mich auch begeistern :-)
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

  • #2

    Kari Lessír (Mittwoch, 18 November 2015 15:42)

    Liebe Ann-Bettina,
    genau die zweite Version wäre mein Favorit: Erst das E-Book zum Lesen - und anschließend die Papierausgabe fürs Regal, wenn mich das Buch inhaltlich und optisch begeistert hat. XD
    Das wär's für mich!
    Liebe Grüße, Kari

  • #3

    Kristina (Mittwoch, 18 November 2015 22:59)

    Hallo Kari,
    ein schöner Beitrag zu Blogparade von Ann-Bettina.
    Mein Favorit wäre auch die zweite Version. Meine Bücherregale platzen aus allen Nähten, aber es gibt Bücher, die ich einfach haben muss.

    Viele Grüße
    Kristina

  • #4

    Kari (Donnerstag, 19 November 2015 10:36)

    Danke, Kristina. Nachdem ich auf Deinem Blog gestöbert habe, verstehe ich auch, warum ;)
    Dein Blog ist übrigens großartig. Ich habe mich von Buchrezension zu Buchrezension gelesen und - schwups - war eine halbe Stunde wie im Flug vergangen. Weiter so!

    Lieben Gruß, Kari