[Blogparade] Brauchen Frauen eine beste Freundin?

Die beste Freundin. In vielen typischen Frauenromanen taucht sie auf, und auch ich nutze sie in meiner Seelenreise-Reihe, um Hauptfigur Christiane den Spiegel vorzuhalten. Ist die eine abgedreht, bleibt die andere bodenständig; steckt die eine in einer Krise, tröstet und ermutigt die andere. Aber es gibt auch Streit und böse Worte zwischen den beiden, doch die beste Freundin kann das ab. Beste Freundinnen gehen durch dick und dünn. Zumindest in vielen Büchern — und auch in meinen Geschichten.

Doch wie sieht das in der Realität aus? Was bedeutet die beste Freundin im Alltag? Für mich? Für dich? Dieser Frage möchte ich hier in einer Blogparade nachgehen, die ich parallel zu meiner Beste-Freundinnen-Aktion auf dieser Website im November veranstalte. Teilnehmen können alle Blogger, die sich durch dieses Thema angesprochen fühlen und ihren Beitrag — mit dem Tag #BesteFreundinnen — bis zum Freitag, dem 11. Dezember 2015 veröffentlichen. Ich werde danach einen abschließenden Blogbeitrag zum Thema online stellen und einen Überblick über die eingegangenen Meinungen geben.

Die beste Freundin im wahren Leben

In Büchern, das habe ich oben schon angedeutet, ist die beste Freundin klar gezeichnet: Sie unterstützt die Protagonistin und hält ihr bei Bedarf den Rücken frei. Wie ist das nun in der Realität? Im wahren Leben sind wir Wesen aus Fleisch und Blut, mit einer Vorgeschichte, mit Emotionen, Wünschen und Träumen. Wenn die beste Freundin uns sympathisch ist und ihre Vorgeschichte sowie ihre Emotionen, Wünsche und Träume mit unseren harmonieren, läuft alles super. Dann haben wir — so zumindest meine persönliche Erfahrung — eine traumhaft tolle Zeit miteinander. Unter diesen Voraussetzungen können wir über alles reden (durchaus tage- und nächtelang), uns gegenseitig trösten, unterstützen und Pläne (mitunter Traumschlösser) für die Zukunft schmieden.

Mit einer besten Freundin kann man über alles reden, sich gegenseitig trösten und wunderbar träumen. [click & tweet]

Doch wir sind Frauen — und wer auf einer Mädchenschule war oder in einem reinen Frauenteam arbeitet, weiß, dass solche fröhlichen positiven Zeiten schnell umschlagen können. Ich sage mit Absicht »können, nicht müssen«. Frauen können untereinander ziemlich »stutenbissig« werden. Nicht offen, nein, sondern hinten herum. Nach vorne wird gelächelt, aber hinter vorgehaltener Hand gezickt, gemobbt und schlecht gemacht. Keine soll weiter kommen, als man es selbst geschafft hat. Dann sind wir Frauen vom Miteinander weiter entfernt als die Erde vom Mond. Wie gesagt: wir können so sein …

Nichts ist von Dauer ...

Das ist die eine Seite der Medaille, die negative, die manchmal das Ende einer wunderbaren langjährigen Frauenfreundschaft einläutet. Dessen ungeachtet brauchen wir Frauen aber in der Regel eine weibliche »Austausch- und Bezugsperson«. Zumindest ist es meine persönliche Erfahrung, dass es mir viel leichter fällt, Probleme zu lösen, wenn ich sie mit der besten Freundin besprechen kann. Schließlich sind wir Frauen in der Regel kommunikative Wesen, die gewissermaßen beim Reden Dinge analysieren, durchdenken und zu Ergebnissen kommen. Ich hatte über mehr als dreißig Jahre eine solche beste Freundin, mit der ich echt alles diskutiert habe. Keine Entscheidung habe ich gefällt, ohne sie um ihren Rat zu fragen. Sie hatte ein untrügliches Gespür dafür, wann ich mir in die eigene Tasche log — und wann ich ehrlich zu mir selbst war. Sie erkannte die Wunde, in die sie dann treffsicher und nett verpackt den Finger legte. Jetzt mal ganz plakativ: Mit keinem Mann war ich länger zusammen als mit meiner besten Freundin! Ohne sie war mein Leben nichts.

Warum ich in der Vergangenheitsform schreibe? Nun, leider ist diese Freundschaft auseinander gegangen. »Unüberbrückbare Differenzen«, wie es so schön heißt. Wirklich schade, aber auch das gehört zur besten Freundin dazu: Oft ist sie eine Begleiterin fürs Leben, aber manchmal kommt es trotz allem zum Bruch und die Wege trennen sich. Vielleicht zieht eine der beiden um; oder heiratet; oder macht eine Entwicklung in eine Richtung durch, die die andere beim besten Willen nicht mittragen kann. Das tut erst mal ordentlich weh, doch dann heißt es: »Aufstehen, Krönchen richten und weiter geht’s«. Eine neue Frau wartet irgendwann irgendwo darauf, in die frei gewordene Position aufzurücken.

Eine beste Freundin zu verlieren tut weh

Dabei ist es meiner Erfahrung nach sehr wichtig, den Schmerz einer solchen Trennung ernst zu nehmen. Wer so lange an unserer Seite gegangen ist, wem wir unser Innerstes anvertraut haben, ist eng mit uns verwachsen. Wenn dann die Freundschaft auseinander geht, tut das unendlich weh. Dann darf man auch mal heulen, wenn es sein muss, tage-, wochen- und monatelang. Und Danke sagen für all die schönen Momente, für die gemeinsame Zeit, für die Unterstützung und was auch immer. Das muss nicht zwingend im persönlichen Kontakt sein. Das kann auch stellvertretend vor einem Foto sein — oder mit einem Brief, den man vielleicht nie abschickt. Wichtig ist die Energie.

Genauso wichtig ist es, falls die Freundschaft aufgrund von Differenzen mit einer unschönen Note auseinander gegangen ist, sich zu entschuldigen. Auch das kann energetisch statt direkt passieren; das Ho’oponopono ist dafür ein schönes und von mir ausgiebig getestetes Ritual.

Wenn eine Freundschaft zerbricht, ist es Zeit, Danke zu sagen -- für die schönen Momente. [click & tweet]

Ohne beste Freundin ist man nur ein halber Mensch

Hast Du eine beste Freundin oder teilen sich mehrere diesen Titel? Ich habe immer nur eine, die in meinem Herzen auf Rang eins steht. Wobei ich im Augenblick - selbst nach Jahren - noch in der Nach-beste-Freundin-Phase bin … Das war bei mir schon immer so. Wenn die eine gegangen ist, dauerte es etwas, bis eine neue Frau an meine Seite trat und ihren Platz einnahm.

Wie wichtig es allerdings ist, eine solche Vertraute im Leben zu haben, weiß ich von Frauen, die niemanden als »beste Freundin« haben bzw. jemals hatten. Diese Frauen fühlen sich nur halb, ein bisschen wie amputiert, unabhängig davon, ob sie einen Partner und Kinder an ihrer Seite haben oder nicht. Eine beste Freundin ist nunmal etwas komplett anderes als ein Mann oder Familie. Sie ist unser Spiegel, unsere Vertraute und einfach ein ganz besonderer Mensch, für den man im Notfall alles liegen und stehen lässt.

Ich bin gespannt auf Deine Meinung

Welche Gedanken schießen Dir durch den Kopf, wenn Du über das Thema »beste Freundin« nachsinnst? Hast Du komplett andere Erfahrungen gesammelt als ich? Eine andere Meinung — oder spreche ich Dir aus der Seele? Lass mich teilhaben an Deinen Gedanken — und formuliere ebenfalls einen Blogbeitrag zum Thema. Wenn Du ihn im Kommentarfeld verlinkst, nehme ich ihn in meinen abschließenden Überblick ab Mitte Dezember hier im Blog mit auf. Ich freue mich auf Dich und Deine Meinung.

Hier geht es zu einem Folgeartikel, der sich mit dem Thema »Persönlich oder privat, das ist hier die Frage« beschäftigt.

Das Fazit der Blogparade kannst Du mit einem Klick auf den Link nachlesen.

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Kommentare: 13
  • #1

    farbenfreundin (Samstag, 07 November 2015 13:48)

    Oh, wie spannend!
    Darüber kann ich einiges schreiben!
    Bei dieser Aktion mache ich mit

  • #2

    Kari Lessír (Samstag, 07 November 2015 14:32)

    Ich bin gespannt - und freue mich darauf, was du dazu erzählen kannst.

    Liebe Grüße,
    Kari

  • #3

    Netty (Samstag, 07 November 2015 14:51)

    "»Aufstehen, Krönchen richten und weiter geht’s«. Eine neue Frau wartet schon darauf, in die frei gewordene Position aufzurücken."

    Das ist eine harte Einstellung, wenn eine 30jährige (!) Frauen-Freundschaft zu Ende geht.
    Ich würde mit niemandem befreundet sein wollen oder gar eine Beziehung eingehen, der nach einem Streit und festgestellten "unüberbrückbaren" Differenzen mich einfach so ad acta legt und dann noch öffentlich im Internet meine Austauschbarkeit statuiert.

    Im stillen Kämmerlein danke sagen für viele Jahre Freundschaft reicht da natürlich nicht aus. Nach so vielen Jahren hat die Freundin ein an sie gerichtetes lautes Danke verdient, oder - noch besser - dass man auf sie zugeht, sich zu versöhnen versucht oder sich in Frieden und gegenseitiger Wertschätzung trennt.

    Sorry, für die deutlichen Worte, aber irgendwie passt so eine rationale Haltung nicht zum Thema Liebe, um das es ja in deinen Büchern geht. Denn Liebe gibt es auch nur im Komplettpaket mit Streit, Meinungsverschiedenheiten, Verzeihen und immer wieder Aufeinanderzugehen.

  • #4

    Kari Lessír (Samstag, 07 November 2015 15:02)

    Liebe Netty,
    ehe man am Ende einer Freundschaft zerbricht, muss man sich manchmal daran erinnern, dass es im Leben immer voran geht. Und dass es - irgendwann - eine andere Frau geben wird, die diese Position einnehmen kann. Wenn die seelischen Wunden geheilt sind.
    Und statt sich überhaupt nicht zu bedanken für die gemeinsame Zeit, halte ich es - mein Standpunkt - immer noch besser, dies energetisch (d.h. im Gebet) zu tun.
    Natürlich ist das persönliche Gespräch immer der beste Weg; damit hast du absolut recht. Nur manchmal geht das nun mal leider nicht.
    Lieben Gruß,
    Kari

  • #5

    Netty (Samstag, 07 November 2015 15:38)

    Aber wenn eine Freundin, mit der man sich zerstritten hat, nicht gerade verstorben oder unbekannt verzogen ist, dann kann man eine Mail oder einen (Abschieds-)Brief mit der Post schreiben. Das wäre guter Stil und ein sauberes Ende. Der andere Punkt ist, dass du diesen persönlichen Bezug hier überhaupt herstellt. Die Ex-Freundin kann das doch lesen, wenn sie nicht gerade verstorben ist. Es ist verletzend, den Konflikt so in die Öffentlichkeit zu tragen. Nicht's für ungut. Ich bin dann ohne Buch und ohne Gewinnspiel mal wieder weg.

  • #6

    Kari Lessír (Samstag, 07 November 2015 15:52)

    Liebe Netty,
    deine Reaktion zeigt mir deutlich den Unterschied zwischen persönlich und privat. Ja, in meinem Blogpost gibt es einen persönlichen Bezug, jedoch ohne privat zu werden. Wie ich den Konflikt gelöst habe und wie ich heute zu meiner früheren Freundin stehe, habe ich nicht ausgeführt, weil das privat wäre und auch so bleiben soll.
    Gerade das Gespräch mit dir zeigt mir, dass man zum Thema "Beste Freundin" unterschiedlicher Ansicht sein kann. Gut so.
    Hab einen schönen Tag - und nichts für ungut, Kari

  • #7

    Dani (Mittwoch, 18 November 2015 09:39)

    Liebe Kari,
    was für ein bewegendes Thema für mich. Ich habe selbst schon 2 Mal darüber geschrieben, da Freundschaften so existenziell sind. Ich habe gerne nochmal darüber geschrieben, auch weil ich gerade wieder einen Herzensmenschen gefunden habe, der mich aber vielleicht schon wieder verlässt.
    http://gluckeundso.de/beste-freundinnen/
    Liebe Grüße
    Dani

  • #8

    Kari (Mittwoch, 18 November 2015 09:57)

    Ganz herzlichen Dank für Deinen Beitrag, liebe Dani. Er ist einfach wunderschön. So richtig berührend. :) Du sprichst darin Gedanken an, die mir bislang noch gar nicht so bewusst waren. Z.B. dass es vielleicht einfach so ist, dass »beste Freundinnen« wie ein Zug uns nur einen Teil des Weges begleiten und dann abbiegen. Dass das gar nicht gut oder schlecht sein muss, sondern es IST einfach so. Das ist für mich eine ganz wichtige Erkenntnis!
    Liebe Grüße, Kari

  • #9

    Kari (Mittwoch, 18 November 2015 19:22)

    Machen wir einfach das Beste daraus :)
    Hab einen schönen Abend - und ganz liebe Grüße, Kari

  • #10

    Farbenfreundin (Sonntag, 22 November 2015 09:52)

    Großartig. Ich bin dir sehr dankbar, dass du dieses Thema öffentlich machst. Ja, weil selbst in den einschlägigen Frauenmagazinen geht es meist nur um die Hanni-und-Nanni Variante der "besten Freundin". Genau, die schöne, harmonische. Dabei werden Frauen auch schonmal garstig. Und wenn, dann hintenrum.
    Frauen sind anders, ihre Freundschaften auch. Darüber darf man ruhig mal sprechen, bloggen...

  • #11

    Kari (Sonntag, 22 November 2015 12:21)

    Ich freue mich schon auf deinen Blogbeitrag, liebe Farbenfreundin :) Bin sehr gespannt, welches Thema du ansprichst. Eine Vermutung habe ich ja schon, aber ... ich lass mich überraschen.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Kari

  • #12

    meintantei (Dienstag, 07 Juni 2016 11:48)

    Guter blog

  • #13

    Kari (Dienstag, 07 Juni 2016 12:44)

    Danke, meintantei.