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Leseprobe zu »Liebe auf Schamanisch«

Coverpuzzle zu "Liebe auf Schamanisch"
© Leone_V/shutterstock.com | Cover: Juliane Schneeweiss, www.juliane-schneeweiss.de

Inzwischen habe ich eine ganze Menge über den zweiten Band der Seelenreise-Reihe erzählt. Bevor ich schließlich im nächsten Blogbeitrag auf die spirituellen Aspekte des Buches eingehen werde, komme ich zu einem ganz entscheidenden Punkt: Wie liest sich das Buch überhaupt?

Ich meine, ich kann viel über die unterschiedlichen Aspekte der Geschichte philosophieren, aber wichtig für Dich als Leser_in ist doch, ob Dir mein Stil gefällt. Ob Dich die Figuren ansprechen und Du meinen Gedanken folgen kannst.

Genau darum geht es heute. Ich öffne ein weiteres Mal den Vorhang vor der Geschichte auf, aber diesmal vor dem Text. Im Folgenden findest Du also den Anfang des Buches, erzählt aus der Perspektive von Christiane.

Bevor ich ein Buch kaufe, schmökere ich immer erst in der Leseprobe. Dann weiß ich, ob mir der Stil des Autors gefällt. [click&tweet]

Textauszug vom Beginn des Buches

Meine Blicke streichelten den Körper neben mir. Sanft webte das durch die Vorhänge hineinfließende Licht der nächtlichen Großstadt einen Weichzeichner, der sich über den nackten Oberkörper und die zur Seite gerutschte Sommerdecke schmiegte. Die Nacht war lau und friedlich. Der Autoverkehr und gelegentlich vorbeirauschende S-Bahnen drangen nur gedämpft durch die Straßenschlucht nach oben. Doch im Augenblick gab es für mich nichts Schöneres, als hellwach neben dem Mann zu liegen, dem mein Herz gehörte. Er war sportlich, auf eine zurückhaltende Weise attraktiv – und mein Traummann: Der Mann, den mein Engel Ylo’omzak mir im Traum gezeigt hatte, als ich mir den perfekt passenden Partner gewünscht hatte.


Seit meiner Kindheit besaß ich die Gabe, meine Wünsche wahr werden zu lassen, indem ich sie in ein magisches Wunschbuch eintrug und meinen Engel um Hilfe bat. Dass ich bei meinem Partnerwunsch Schwierigkeiten gehabt hatte, die Patrick in einen Unfall verwickelt und ihm einen gebrochenen Arm beschert hatten, war ein Thema, an das ich in unserer ersten gemeinsamen Nacht in Berlin lieber nicht denken wollte.


Patrick war so anders als all die Männer, zu denen es mich bislang hingezogen hatte. Niemals hätte ich erwartet, dass der seltsam scheue Nachbar, der seit über einem Jahr Tür an Tür mit mir wohnte, mein Herz erobern würde. Aber genau das war geschehen. Manchmal kam es mir wie ein Wunder vor, dass Patrick nach all dem, was vorgefallen war, den Mut aufgebracht hatte, mit mir eine Beziehung einzugehen.


Mein Blick wanderte zu seinem Gesicht. Er hatte den Mund leicht geöffnet. In der Dunkelheit wirkte er unendlich friedlich, beinahe glücklich. Wir waren jetzt seit knapp drei Wochen zusammen, und wir hatten beide unsere gemeinsame Zeit genossen. Doch ich ahnte mehr, als ich wusste, dass ein Teil von ihm auf Distanz blieb.

In den letzten Tagen hatte er sich immer mehr in sich zurückgezogen und richtig körperlich verkrampft. Dabei versuchte ich, mir weiszumachen, alles wäre in schönster Ordnung. Es gab so vieles, über das er nicht sprach, aber ich hatte mir zu Beginn unserer Beziehung vorgenommen, ihn nicht zu bedrängen. Er sollte selbst entscheiden, wann er sich mir öffnete.


Allerdings hoffte ich, dass unsere Zeit in Berlin diesen Prozess beschleunigen würde. Ich hatte ihn zu dieser Reise überredet, nachdem er endlich den Unterarmgips losgeworden war. Die letzten Stunden schienen mir recht zu geben: Mit jedem Kilometer, den sich der Fernbus dem Reiseziel genähert hatte, hatte sich Patrick mehr entspannt. Immer wieder hatte er nach meiner Hand gegriffen, sie für einen Moment festgehalten und mir strahlend ins Gesicht gesehen. Und als uns dann die Rezeptionistin beim Einchecken nach unseren Zimmerwünschen gefragt hatte und wir uns beide wie aus einem Munde für das Doppelbett entschieden hatten, kannte mein tanzendes Glücksgefühl keine Grenzen. Meine Finger auch nicht: Sie hatten sich mit seinen verflochten, während er den Zimmerschlüssel entgegen genommen hatte.


Wieder betrachtete ich seine geschlossenen Lider mit den langen, ineinander verschränkten Wimpern. Seine braunen Augen waren, wie so vieles an ihm, völlig unscheinbar. Normalerweise. Doch es gab Momente, in denen sie von einem pulsierenden Leuchten erfüllt wurden: Wenn er anderen Menschen bis in die Tiefe ihrer Seele sah und deren Botschaften empfing. Genauso eigenartig war sein Stottern. Mal stieß er nur mit Mühe Worte hervor, mal sprach er flüssig mit einer tiefen warmen Stimme, die mein Innerstes jedes Mal zum Klingen brachte. Gedankenverloren strich ich ihm über die Haare.


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