[E-Book-Preise] Warum sind elektronische Bücher plötzlich teurer geworden?

„Frohes neues Jahr“, wünsche ich all meinen Leserinnen und Lesern. Ich hoffe, Sie sind gesund und guter Dinge in 2015 angekommen.

Wie so oft, treten mit dem Jahreswechsel Gesetzesänderungen in Kraft. Eine davon betrifft die Mehrwertsteuerregelung für E-Books. Ab sofort gilt nämlich nicht mehr die Mehrwertsteuer des Landes, in dem der Distributor sitzt, sondern die des Landes, in dem der Kauf getätigt wird. Konkret betroffen sind davon E-Books, die über Amazon und iTunes in Deutschland vertrieben werden.

Was heißt das konkret?

Aus den Luxemburger drei Prozent werden so über Nacht deutsche neunzehn Prozent, die auf den Nettoverkaufspreis aufgeschlagen werden. Mit einem Federstrich kostet das E-Book von „Wunschträumenicht mehr 3,99 EUR, sondern 4,61 EUR. Ein ziemlicher Unterschied, oder?

So kann der Preis nicht stehen bleiben!

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich vorgehe. Verzichte ich auf eine Änderung des Preises und damit auf einen Teil meiner Einnahmen, von denen ich lebe? Oder gebe ich die Verteuerung, zumindest teilweise, an meine Leser weiter? Ich habe mich für den (hoffentlich) goldenen Mittelweg entschieden.

Den Kaufpreis von „Wunschträume“ habe ich von 4,61 EUR auf jetzt 4,49 EUR gesenkt. Damit verzichte ich zwar auf Geld in meinem Portemonnaie, komme Ihnen aber etwas entgegen. Sie mir hoffentlich auch, in dem Sie meine Bücher weiterhin kaufen, lesen, rezensieren und – bei Gefallen – weiterempfehlen.

Neuauflage zum 15.01.2015

Die Erstauflage von „Wunschträume“ ist in den kommenden vierzehn Tagen nur noch auf Amazon erhältlich. Von allen anderen Verkaufsplattformen habe ich sie bereits entfernt.

DENN: zum 15.01.2015 wird die zweite, überarbeitete und ergänzte Neuauflage in allen Online-Buchhandelsstores erscheinen! Eine entsprechend aktualisierte Taschenbuchausgabe folgt etwas später, voraussichtlich zum bisherigen Kaufpreis von 9,90 EUR.

Und meine anderen Titel?

Von diesen Preisänderungen ausgenommen sind meine beiden früheren Werke „Aus dem Blick“ (2012) und „Taxi zum Himmel“ (2013). Sie sind über deutsche Distributoren erschienen, sodass sie von Anfang an mit der höheren Mehrwertsteuer ausgepreist sind – mit entsprechend höheren Bruttopreisen. An dem Punkt war Amazon ein Segen für deutsche Selfpublisher. Das hat sich ja nun geändert.

Das wünsche ich mir für die Zukunft

Ich hoffe allerdings, dass sich der Gesetzgeber dazu durchringt, zukünftig auch E-Books den in Deutschland vergünstigten Mehrwertsteuersatz von sieben statt neunzehn Prozent zukommen zu lassen. Warum derselbe Inhalt als Taschenbuch und Audiobook ein schützenswertes Kulturgut ist, als E-Book jedoch nicht, erschließt sich mir jedenfalls nicht. Geschrieben habe ich an allen Versionen genauso lange, unabhängig davon, ob ich nach dem Endlektorat ein PDF (für den Druck), einen Ausdruck fürs Einlesen des Hörbuchs oder eine Datei für die E-Book-Konvertierung erstelle.

Wenn auf den Nettopreis nur noch sieben statt neunzehn Prozent Mehrwertsteuer aufgeschlagen werden, dürften die Selfpublisherpreise von E-Books wieder ein Stück weit sinken. In meinem Fall mit Sicherheit. Versprochen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ann-Bettina (Donnerstag, 01 Januar 2015 21:27)

    Hallo Kari,
    ich werde deinen Beitrag teilen, denn ich habe letztens schon gemerkt, dass viele Leser davon gar nichts mitbekommen haben. Daher finde ich es sehr nützlich, dass du das hier noch einmal ausführlich erklärst.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

  • #2

    Kari Lessír (Donnerstag, 01 Januar 2015 22:03)

    Sehr gerne, Ann-Bettina.
    Liebe Grüße, Kari