Nach der Leserunde ist vor der Leserunde

Da die hessischen Schulferien dieses Jahr sehr spät liegen, habe ich meinen Sommer bislang mit Arbeiten verbracht. Wobei das Wort "Arbeit" nicht so recht passt, denn meine Arbeit ist meine Berufung. Ich liebe sie und verliere mich gern in ihr.

In den letzten drei Wochen war ich viele Stunden im Internetportal "Lovelybooks" und habe eine Leserunde zu meinem letzten Buch "Wunschträume" begleitet, das Anfang März dieses Jahres erschienen ist. Das war eine sehr schöne und intensive Phase, während der ich mich mehrmals täglich mit den TeilnehmerInnen ausgetauscht habe.

Eröffnungsscreen der Leserunde auf lovelybooks.de
Die Leserunde auf lovelybooks.de

Warum eine Leserunde? Darauf gibt es sicher keine allgemein gültige Antwort. Ich habe sie veranstaltet, um Feedback zu erhalten, das über die üblichen Rezensionen hinausgeht. Verlost hatte ich zwanzig Bücher und E-Books, die die TeilnehmerInnen nun in den drei Wochen gelesen und abschnittweise darüber mit mir diskutiert haben. Ich hatte das große Glück, mich mit sehr netten lieben LeserInnen austauschen zu können, doch selbst dann tut Kritik am eigenen Buchbaby mitunter weh. Aber ich wollte es so! Ich wollte hören, wo es trotz mehrfacher Überarbeitung und Lektorat klemmt. Ich wollte die Wahrheit, ein klein wenig nett verpackt, aber nichtsdestotrotz die Wahrheit.

 

Ich habe sie bekommen – in Gestalt vieler kritischer und natürlich auch lobender Antworten, die mir jetzt nach Abschluss der Leserunde und beim Sichten des Materials tüchtig durch den Kopf schwirren. Aber, wie gesagt, ich wollte es ja so. Stimmt, unbedingt! Denn dabei waren auch ganz tolle Statements, die mich in meinem Schreiben bestätigt haben, und Anregungen für die Fortsetzung, auf die ich ohne die LeserInnen niemals gekommen wäre. Dafür ist man als Autorin einfach zu betriebsblind. Sonst hätte ich zum Beispiel nie entdeckt, dass meine Protagonistin zum x-ten Mal die gleiche Handlung ausführt. Was soll man da tun, außer herzhaft zu lachen und sich mit einer Überarbeitung des Buches anzufreunden?

 

Wie geht es jetzt weiter? Alle wichtigen Anregungen und Ideen habe ich notiert und nehme sie nächste Woche mit in den Urlaub. Drei Wochen Sonne, Meer und frische Luft in den Weiten Nordfrieslands werden mein Hirn von alten Verkrustungen befreien und mich öffnen für die nächsten Schritte. Vielleicht gibt es wirklich eine zweite, gestraffte Auflage meiner "Wunschträume", vielleicht noch vor der Veröffentlichung des Folgebandes "Der Seelenseher (AT)", vielleicht erst danach. Im Augenblick ist alles offen.

 

Doch bei allem Nachdenken werde ich die zweite Hälfte meines Sommers nicht aus den Augen verlieren und den Urlaub dazu nutzen, was ich nach einem langen Jahr pausenlosen Arbeitens dringend brauche: Entspannen und Kraft Tanken für alles, was ab dem Herbst wieder kommt.

 

Was haben die TeilnehmerInnen der Leserunde von all dem? Sie haben in mir eine neue Qindie-Autorin kennen- und schätzen gelernt, haben sich mit spirituellen Themen befasst und durften sich auf ein Dankeschön-Geschenk freuen, das ich unter ihnen allen verlost habe, wenn sie zusätzlich eine Rezension zum Buch geschrieben und veröffentlicht haben.

Tasse mit Buchcover, Rosentee und -schokolade plus Engelfigürchen als Dank
Mein Dankeschön-Geschenk an die TeilnehmerInnen der Leserunde

An dieser Stelle ein paar Impressionen der TeilnehmerInnen meiner Leserunde:

 

"Die Geschichte ist keine gewöhnliche oberflächliche ChickLit, sondern stellt sich der philosophischen Frage, was im Leben wichtig ist und frei nach dem Kleinen Prinzen, dass man nur mit dem Herzen wirklich sieht und sich nicht mit Oberflächlichkeit abgeben soll." (Talitha)

 

„Kari Lessír gelingt es sowohl durch ihren lässig leichten Schreibstil, aber auch durch ihr Gespür für facettenreiche Protagonisten und ihren sensiblen Blick fürs Detail, den Leser an ihre nicht ganz alltägliche Geschichte zu binden." (Leselady)

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade #mein_Sommer vom Netzwerk Ariadne. Vielen Dank für die Einladung!

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