Der Buchsatz für CreateSpace (Teil 2)

In meinem letzten Beitrag ging ich ausführlich auf die Fließtext- und Headlineschrift im Buchsatz ein. Ich wiederhole noch mal an dieser Stelle, dass es wichtig und sinnvoll ist, alle verwendeten Elemente als Formatvorlagen zu definieren. In meinem Buch waren es folgende Elemente:

  • Fließtext mit/ohne Einzug
  • Fließtext kursiv mit/ohne Einzug
  • Kursive Zeichen
  • Laufweite 99%
  • Impressum
  • Kapitelüberschrift
  • Titelei fett/mager

Damit konnte ich das komplette Buch einheitlich gestalten. Bis auf „kursive Zeichen“ und „Laufweite 99%“ handelte es sich immer um Absatzformatvorlagen, die von einem Zeilenumbruch bis zum nächsten alles auf einen Schlag gestalten. Zeichenformatvorlagen wendet man nur auf die markierten Zeichen an. Ich nutzte kursive, d.h. schräg gestellte Zeichen sowie eine verkürzte Laufweite, falls ein Absatz nur noch mit zwei oder drei Buchstaben umbrach. Dann habe ich einen oder zwei Sätze markiert und die Laufweite der Buchstaben reduziert. Engere Laufweiten halte ich nicht für sinnvoll, weil sie dem Leser sofort ins Auge springen. Und genau das soll ja nicht so sein.

 

Übrigens ist es für den Buchsatz wichtig, die Silbentrennung zu aktivieren. Das gilt für alle Fließtextschriften. Das geht über:

Seitenlayout => Silbentrennung => automatisch

 

Erst nach diesen Vorarbeiten habe ich das fertige Manuskript in das Template kopiert und das Dokument nicht mehr als Vorlage, sondern als Word-Dokument abgespeichert. Allerdings wird der Text NICHT über copy & paste in die Buchsatzdatei übertragen, sondern als unformatierter Text eingefügt, und zwar über diese Schritte:

Start => Einfügen => Inhalte einfügen => unformatierten Text

 

An dieser Stelle habe ich beide Dokumente parallel offen, um zu sehen, was ich mir aus der Manuskriptdatei in den Buchsatz hole. Manche Stellen hatte ich in der Manuskriptdatei farbig markiert, wenn es dort Sonderformatierungen gab, die ich auch im Buchsatz haben wollte, z.B. kursive Stellen oder Einrückungen. All diese Sonderformatierungen verschwinden nämlich, wenn ich den Text als „unformatierten Text“ rüberhole. Die musste ich nun wieder nachbearbeiten. Trotzdem ist es wichtig, genau so zu arbeiten, um keine überflüssigen Formatierungen irgendwo im Text schlummern zu haben. Spätestens wenn man aus der Datei ein Druck-PDF schreibt, kommen solche Fehlformatierungen ans Tageslicht und zerschießen den Satz.

 

Ich persönlich habe mir das Manuskript kapitelweise in den Buchsatz geholt, wobei ich darauf geachtet habe, dass neue Kapitel IMMER auf einer rechten Seite beginnen. Das habe ich über den Abschnittsumbruch nach einem jeden Kapitel erreicht:

Seitenlayout => Umbrüche => Abschnittsumbrüche => ungerade Seite

Kapitelbeginn rechts
Kapitelbeginn rechts

Der nette Nebeneffekt dieser Vorgehensweise ist, dass die leeren Zwischenseiten keine Seitenzahlen erhalten, was genau so sein soll.

(Das Bild rechts lässt sich per Mausklick vergrößern)

 

Sobald das gesamte Manuskript in der Buchsatzdatei eingeflossen ist und alles mit den gewünschten Formatvorlagen definiert ist, geht es im nächsten Schritt daran, die Trennungen zu kontrollieren. In der Regel sind die Trennvorschläge von Word korrekt, aber eben nicht immer. Meine Erfahrung besagt: 90 Prozent sind okay, die anderen 10 Prozent muss ich per Hand feinjustieren.

Ich persönlich mache das lieber am Papierausdruck mit dem Duden nebendran, aber das ist Geschmackssache. Hauptsache, man kontrolliert die Trennungen noch mal. Das gleiche gilt für die Seitenumbrüche. Word hat von Hause aus die Absatzkontrolle eingeschaltet, so dass es keine Hurenkinder oder Schusterjungen gibt. Dennoch sind manchmal die Umbrüche von einer Seite auf die nächste unglücklich. Ich habe dann mit schmalerer Laufweite oder einem manuellen Seitenumbruch für Abhilfe gesorgt.

 

Nachbearbeiten von Trennung und Seitenumbruch
Nachbearbeiten von Trennung und Seitenumbruch

Soweit zum Buchsatz. Im nächsten Blogbeitrag erkläre ich den Weg von Word zum druckbaren PDF, denn das von Word generierte PDF ist dafür NICHT geeignet. Es hat nicht die erforderliche Druckauflösung von 300 dpi.

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