Textverarbeitung contra Autorensoftware

Notizblock mit Bleistift und Spitzer
Foto: pixabay.com

Seit Manuskriptabgabe ans Lektorat bin ich am Experimentieren, und zwar mit neuer Autorensoftware. Bislang habe ich all meine Romane, wie auch meine Korrespondenz und früher Referate, in Word getippt. Word ist eine Textverarbeitung. Mit ihr kann man wunderbar Texte fabrizieren, sie formatieren, drucken und exportieren. Das war’s aber auch schon. Als Autorin kann ich damit natürlich auch arbeiten, aber …

Das „Aber“ betrifft all die umgebenden Arbeiten des reinen Schreibens. Bevor ich als Autorin einen Roman schreibe, habe ich schon längere Zeit recherchiert, Interviews geführt, Figuren entworfen und ein Exposé entwickelt. Daraus wurde ein Szenenplan, an dem ich mich beim Schreiben entlang hangle. All das habe ich in einzelnen Word-Dokumenten gehabt, die ich ausgedruckt und während des Schreibprozesses neben mir liegen hatte. Rückverweise waren auf diese Art und Weise immer sehr schwierig. Ich blätterte mühsam Seite für Seite durch das Manuskript und fand die Stelle hauptsächlich aus der Erinnerung heraus. Bei Textüberarbeitungen, bei denen ich nicht mehr so tief im Manuskript stecke, um den nötigen Abstand für die Überarbeitung zu haben, stieg der „Wühlfaktor“ überproportional an.

Bei meinen Recherchen bin ich auf zwei Autorenprogramme gestoßen: Papyrus Autor aus deutscher Hand und Scrivener aus einer US-Softwareschmiede. Beide richten sich ganz gezielt an Autoren, allerdings nicht ausschließlich an Belletristik-Autoren, sondern auch an wissenschaftliche oder journalistische Autoren. Bislang habe ich mir in erster Linie Papyrus Autor angesehen, da ich auf der letzten Frankfurter Buchmesse über einen Stand des Herstellers gestolpert bin. Nun teste ich alternativ Scrivener, das ebenfalls eine deutsche Oberfläche hat, aber weniger Funktionen und Möglichkeiten besitzt.

Weiteres im nächsten Beitrag, sobald ich mit dem Lernprogramm von Scrivener durch bin und erste Texte schreiben werde. Bei Papyrus Autor hat mich das Schreiben ziemlich zur Verzweiflung getrieben, weil die Oberfläche durch die vielen tausend Möglichkeiten der helle Wahnsinn ist. Ich hatte das Gefühl, in einer Mischung aus Word und QuarkXpress zu stecken. Eigentlich toll, aber ich will doch nur strukturiert und mit Unterstützung schreiben! Mal sehen, wie ich mich bei Scrivener fühlen werde.

Weitere Beiträge dieser Reihe:

(1) Textverarbeitung contra Autorensoftware

(2) Textverarbeitung contra Autorensoftware (Teil 2)

(3) Erste Schritte mit Scrivener

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Kommentare: 1
  • #1

    Robert Montag (Samstag, 11 Januar 2014 14:07)

    Hallo Kari,
    Zitat: Bei Papyrus Autor hat mich das Schreiben ziemlich zur Verzweiflung getrieben, weil die Oberfläche durch die vielen tausend Möglichkeiten Ende

    Das hab ich mir fast gedacht. Richtig, man will eigentlich nur vernünftig schreiben, mit sinnvollen, ergänzenden Tools. Dieser Anspruch ansich schließt schon einen unübersichtlichen Wust aus Möglichkeiten aus. Bin schon gespannt, wie Deine Einschätzung von Scrivener ausfällt. Also ich bleibe vorerst wohl bei meinem Zettelchaos. Obwohl, mit papyrus, denke ich, ist man bei umfangreicheren Werken (mein Romanmanuskripr liegt aktuell bei 830.000 Zeichen) besser dran. Aber eben nur bei Umfangreichen.

    Viele Grüße, Robert